Vollsanierung der Heimgartensiedlung unmöglich

Eine vollständige Sanierung der Heimgartensiedlung scheint nach Berichten der Chemnitzer Freien Presse vom 14. Oktober offenbar nicht erwünscht zu sein. Obwohl das zwischen 1925 und 1930 entstandene Stadtviertel in den vergangenen Monaten durch die Sanierung seitens der städtischen Grundstücks- und Gebäudewirtschaftgesellschaft (GGG) und der privaten Investoren B&V und TLG Immobilien eine starke Aufwertung erhielt, möchte die GGG den sogenannten Rundbau innerhalb der Heimgartensiedlung wie bisher vorgesehen abreißen. Auf die Ablehnung des Abrissantrages seitens der Chemnitzer Denkmalschutzbehörde reagierte die GGG mit einem Widerspruch, über den nun in den kommenden Tagen Regierungspräsidium entschieden wird. Ähnlich wie oft in der Vergangenheit geschehen, könnte mit Hilfe des Regierungspräsidiums nachträglich die Abrissgenehmung erteilt und der Denkmalschutz ein erneutes Mal in seine Schranken gewiesen werden.

Der Chef der GGG, Till Steffen Dietrich, erklärte die Abrisspläne mit der Begründung, dass weitere Autostellplätze entstehen müssten. Anders wäre nach seinen Worten das Quartier nicht modern zu entwickeln. Weiterhin sei eine Sanierung des Herzstücks der Heimgartensiedlung nicht wirtschaftlich vertretbar. Wegen seiner gerundeten Fassade als außergewöhnlich geltende Teil der Siedlung ruft der Abriss nicht nur bei seitens des Denkmalschutzes, sondern auch von früheren Bewohnern hervor. Einige davon erlebten dort die Bombenangriffe vom 14. Februar 1945 auf Chemnitz mit, bei dem das Haus Heimgarten 105 getroffen wurde. Bedauerlicherweise ist man nicht wirklich willens, das geschichtlich wertvolle Ensemble vollständig zu erhalten.  

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