Zensierte Kunst

Momentan findet in Chemnitz die fragwürdige Zensur einer künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema Stadtumbau statt. Die Debatte um die Bilder des Künstlers und Fotografen Michael Backhaus, der den Abrisswahn in unserer Stadt fast täglich mit der Kamera beleitet, scheint bei einem so wichtigen und öffentlichen Thema wie dem Stadtumbau absurd. Natürlich muss diese Ausstellung stattfinden, natürlich muss diese Sichtweise des Stadtumbaus gezeigt werden. Vor was haben die Intervenierenden Angst, dass eine solche Verhinderung öffentlicher Meinungsäußerung rechtfertigt? Stellt sich Herr Backhaus nicht auch mit seiner Visualisierung des Stadtumbaus der Kritik der Öffentlichkeit, der Chemnitzer Bürgerschaft?  Eine einseitige Darstellung des Themas kann man den Fotos nicht vorwerfen, lässt Kunst doch immer Spielraum zur Interpretation, sie liegt nur im Auge des Betrachters. Geplant ist die Ausstellung mit dem trefflichen Titel „Die Stadt als
Beute“ auf dem Neumarkt vor dem Chemnitzer Rathaus. Nach mehrfacher Freigabe und erneutem Rückzug der Erlaubnis durch die Stadt ist kurz vor dem geplanten Ausstellungsbeginn wieder alles in Frage gestellt.
Chemnitz als selbsternannte Stadt der Moderne sollte auch beim Thema Stadtumbau eine moderne, demokratische Diskussion suchen, Bilderverbote und Bevormundung von Bürgern gehören hoffentlich der Vergangenheit an.
 

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Ein Kommentar zu Zensierte Kunst

  1. Der „Stadtumbau“ ist eben eine einseitige Sache in Chemnitz. Wenige entscheiden gegen den Willen vieler. Bei all dem Engagement das es in den letzten Monaten für den Erhalt historischer Bausupstanz in Chemnitz gab, ging das Abreisen munter weiter. Als wäre nichts gewesen. Daran wird die Stadt noch schwer zu tragen haben. Denen die dafür verantwortlich sind wird es nichts machen. Die werden dann pensioniert sein. Nicht selten in einer anderen Stadt.

    Sandro Schmalfuß

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