Hartmannstraße 16

Liebe Mitstreiter und Freunde historischer Bausubstanz,

in Chemnitz soll ein Gründerzeitgebäude, das Haus Hartmannstraße 16, infolge Pfusch beim Bau der Hartmannbrücke dem Abrissbagger zum Opfer fallen. Trotz vorgelegtem Gutachten über die Standsicherheit des Hauses und demzufolge dem Ausschluss der Gefahr für die Baustelle der Brücke beim Weiterbau ist die Stadt bislang nicht auf das Kaufgebaren eines Investors zum Erhalt des Gebäudes eingegangen und möchte dieses städtebaulich und baukulturell wichtige Haus dem Erdboden gleich machen. Die Kosten für den bereits getätigten Ankauf durch die Stadt, für den Abriss und für die Neuerrichtung der Ufermauer trägt der Steuerzahler.
Die im Haus Ansässigen Gewerbetreibenden, beispielsweise der Scherenschleifer Herr Böttcher müssen nächste Woche den angestammten Ort in eine ungewisse Zukunft verlassen.
Zu diesem Anlass möchten wir gern alle, die dem Abriss eines weiteren Kulturdenkmals in Chemnitz missmutig gegenüberstehen, zu einer “Zusammenkunft anlässlich des Auszuges Herrn Böttchers” am Montag, den 19.07.10 um 18.30 Uhr vor das Haus Hartmannstraße 16 einladen. Weitersagen, Freunde mitbringen, Mails verteilen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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8 Kommentare zu Hartmannstraße 16

  1. Eduard Hechler sagt:

    Ich war 1893 Stadtbaurat in Chemnitz, als dieses Haus gebaut wurde. ich freue mich, dass sich heute so viele Leute für den Erhalt und nicht Abriss eingesetzt haben. Macht weiter so, vielleicht kehrt doch noch die Vernunft ein bei den heutigen Stadtbauräten. Die Brücke könnt Ihr sofort weiter bauen, das Haus steht fest und fiel nicht mal ein als ein großes Loch drin war.

  2. Steffi und Peter K. sagt:

    Die Stadt Chemnitz und die verantwortlichen Stadtoberhäupter machen immer wieder die gleichen Fehler! Die historischen Gebäude sind für das Erscheinungsbild von Chemnitz wichtig und außerdem zu wertvoll für die „Abrissbirne“. Wenn sich Chemnitz die „Stadt der Moderne“ nennen möchte, dann sollten sich die Stadtoberhäupter nun endlich auch eine vorausschauende und moderne Denkweise aneignen und begreifen lernen, dass die historische Substanz zur Geschichte und auch zur Zukunft einer Stadt gehört. Es gibt in unserem Chemnitz genügend junge, fähige und im Zusammenhang denkende Köpfe. Was nützt es aber, wenn engstirnig denkende Leute, wie Frau Ludwig unsere Stadt „beherrschen“…..!
    Wacht endlich auf !

  3. Volkmar Beger sagt:

    Ich fühlte mich veranlasst, am 20.7. eine umfangreiche Kritik der Vorgehensweise der Stadtverwaltung, an unser amtierendes Stadtoberhaupt, Herrn BM Brehm zu richten und diese mit einigen Fragen zu ergänzen.

  4. Helmut Otte sagt:

    Hallo Freunde der historischen Bausubstanz in Chemnitz,

    als ich am Montag (19.7.) vor der Demo an der „Bau- und Abriss-Stelle“ ankam, dachte ich zunächst mal: Ist ganz schön ruhig hier, hoffentlich kommen nachher ein paar Leute, damit das ganze nicht im Sande verläuft! Dann bin ich um die Baustelle herumgegangen und hab mir die beschädigte Stelle am Haus (Hartmannstraße 16) angesehen. Das sieht nicht aus, als ob das Haus NICHT zu halten wäre, selbst WENN es Risse oder Absenkungen innen geben würde! Für mich ist das Gebäude tatsächlich ein Identifikationspunkt, wenn ich ins Stadtzentrum fahre. Leider sind schon andere Gebäude dieser Straßenfront abgerissen, und ich habe Mühe, die Stadt wiederzuerkennen. So darf es auf keinen Fall weitergehen! Dass schließlich noch 50 Gleichgesinnte gekommen sind und eine Verschiebung des Abrisses erreicht haben, ist doch ein beachtlicher Erfolg. Die Chemnitzer haben Gesicht gezeigt, und in Zukunft werden es die verantwortlichen Stadtplaner nicht mehr so leicht haben, ihre Ziele umzusetzen, koste es, was es wolle – an historischer Bausubstanz !!
    Wir wehren uns. Wir wollen unsere einzigartige Stadt retten.

  5. zschopauer152 sagt:

    Hallo Herr Markus U., man könnte zu Ihrem Kommentar viele Dinge entgegnen, ich möchte nur 2 Dinge nennen:

    1. Der Schrumpfungsprozess ist in Chemnitz nach vielen Jahren des Ausblutens weitgehend gestoppt

    2. In Zukunft sollen und werden auch die zentrumsnaheren Viertel und damit die Altbauten wieder interessanter als die Randgebiete und Plattenbausiedlungen werden

    Viele Grüße

  6. Gunnar Mäder sagt:

    Man kann Fehler bereinigen, kaschieren oder was auch immer. Der sinnlose Abriss unwiederbringlicher historischer Bausubstanz -wie in Chemnitz nach der Wende unzählig geschehen- kann einfach so nicht hingenommen oder gar geduldet werden! Was uns Bomber-Harris, Walter Ulbricht und co. noch übriggelassen haben wird vorsätzlich zerstört. Allein der Gedanke an nachfolgende Generationen verpflichtet uns dagegen vorzugehen! Der triste Anblick von sozialistischen Plattenbauten wird später niemanden begeistern.In vielen anderen Städten hat man das begriffen und handelt entsprechend. Wenn dann noch jemand bereit und in der Lage ist ein Haus wie das in der Hartmannstraße 16 zu erhalten ist es Wahnsinn die aberwitzigen Beseitigungspläne durchzudrücken!

  7. Frank Straßberger sagt:

    Als Auswärtiger kann ich nur sagen keine deutsche Stadt versündigt sich so an den (spärlichen) Resten historischer Bausubstanz wie Chemnitz. Und dies bei einem Stadtbild, dass historische Proportionen schmerzlich vermissen lässt. Ich drücke Ihnen fest die Daumen, dass Ihr Protest Erfolg hat.
    Seien Sie versichert, dass es viele Menschen in NRW und Berlin gibt, die Chemnitz gut kennen und mit tiefen Entsetzen seit Jahren die skandalösen Zustände verfolgen. Der Abriss solider Eckbauten ist ein Sakrileg. Auch die „Stadt der Moderne“ braucht Wurzeln: nur wer weiss woher kommt, kann auch in Zukunft Kurs halten.
    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und noch mehr Mitstreiter!!!

  8. Katharina Weyandt sagt:

    Je mehr ich mich mit der Stadt beschäftige, um so wichtiger finde ich den Erhalt solcher Häuser.
    Der Messer-Laden von Lutz Bötger hat übrigens eines interessante Vorgeschichte, nachzulesen auf seiner Website.

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