Stillstehende Altbauten

Die Malaise in jeder Stadt sind interessante, hochwertige Altbauten, welche leer stehen und an denen der Zahn der Zeit nagt. Es gibt viele Gründe, dass ein Eigentümer untätig ist: mangelnde Finanzkaft, unwirtschaftlicher Standort, nicht genehmigte Nutzungskonzepte usw. Man kann ein Bauwerk auch aussitzen, bis es wirklich abbruchreif ist und dann erst der Abriss genehmigt wird. Das leidige Thema Abriss, der vor allem bis vor einiger Zeit gut gefördert wurde, hat sich etwas beruhigt. Stattdessen werden Gebäude, die noch vor Jahren zu einem sagenhaften Verkaufspreis angeboten wurden, jetzt auf Immobilienbörsen abgestoßen. Dies praktiziert seit einiger Zeit die städtische GGG und die Stadt selbst mit ihrem Eigentum. Das Geschäft soll so gut gehen, das man seitdem schwarze Zahlen schreiben kann. Das will keiner so recht glauben, denn die erzielten Gewinne sind doch recht niedrig.  Egal, wie auch immer-man kann beobachten, dass solche Gebäude bald zu einem wesentlich höheren Preis wieder angeboten werden. Der Spekulation ist nun Tür und Tor geöffnet. Städtebaulich wichtige Altbauten, die nun erneut weiter leer stehen, weil der neue Eigentümer ebenfalls nicht an Sanierung denkt, beglücken uns nun auf neue Art in altem Gewand.  Ein Beispiel ist das als „Volkshaus Colosseum“ gebaute, später Kulturhaus „Fritz Heckert“ bekannte imposante Gebäude auf der Zwickauer Straße. Das gehörte ja einmal der Gewerkschaft oder der SPD.  Bisher sieht man beim neuen Eigentümer keine Aktivität.

Also, ich will sagen, bevor die Stadt, die GGG, die Treuhand oder wer auch immer solche wesentliche Bauten für die Stadt in private Hände abstoßen, um sich davon frei zu machen, haben sie die Verpflichtung, selbst zu prüfen, wie solche interessante Bauten wieder zum Leben zu erwecken sind. Das betrifft auch solche Bauten wie das ehemalige „Haus für Körperkultur“ in Rabenstein, das 2004 übereilt geschlossen wurde und das uns hier im Chemnitzer Westen sehr fehlt. Der jetzige Eigentümer verhält sich trotz vieler  Hilfestellungen passiv. Die Stadträte sollten sich mit dem Thema engagierter befassen, meine ich.

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