Schallschutz an der Zschopauer Straße – „Ein Verbrechen an der Menschlichkeit“

Es ist kaum vorstellbar, was den Anwohnern der Zschopauer Straße im Bereich unmittelbar nach Einmündung des Südringes von Planern und Genehmigungsbehörden angetan wird. Die Aussage eines Anwohners bringt es treffend auf den Punkt – „ein Verbrechen an der Menschlichkeit“. Welcher stadt- und verkehrsplanerische Aspekt kann und soll diesen himmelschreienden Unsinn rechtfertigen?!
Welchen Anspruch haben sich die Planer auf die Fahnen geschrieben – etwa die größtmögliche Diskriminierung der Anwohner in Beton zu errichten?
Und welche Genehmigungsbehörde kann hier ohne schlechtes Gewissen zustimmen?
Seitens der Stadt zieht man sich auf die üblichen Aussagen zum Planverfahren zurück – es habe ja keine Einsprüche von Bürgern gegeben. Mal ehrlich – welcher „normale“ Bürger durchschaut die Auslagen fachspezifischer Planunterlagen in denen gerade solche Dinge wie Schall- und Immissionsschutz geschönt dargestellt werden. Doch diese Art „Bürgerbeteiligung“ ist ja mittlerweile schon legendär für Chemnitz.
IMG_2920
Für dieses „Bauwerk“ sollten sich die beteiligten Planer schämen. Ob die noch als Alibi vorgesehenen Bepflanzungen etwas kaschieren können ist mehr als fraglich.
IMG_2922
…und später sollen mal „Baumkronen von straßenseitig begleitenden Bäumen über die Schallschutzwand wachsen“ – eine wirklich herausragende planerische Idee! apropos Bäume – da war doch was in Chemnitz…
IMG_2925

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Stadtplanung veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu Schallschutz an der Zschopauer Straße – „Ein Verbrechen an der Menschlichkeit“

  1. H. Sobotta sagt:

    Da ich an einer anderen Ecke von Chemnitz wohne, sehe ich die Bilder zum ersten Mal.
    Ich habe sofort an die Berliner Mauer gedacht, denn ich hatte dort Bekannte. Wie hätte man das besser lösen können? Die Geräusche am Fahrzeug kommen von den Reifen und den Motoren. Da wäre ein Kompromiss nötig gewesen mit den Anwohnern: die Mauer wird 2m hoch, dafür könnt Ihr noch etwas sehen. Aber so ist ja die Aussicht ganz vernagelt, die Wand ist bestimmt 5m hoch. Na ich möchte da nicht wohnen.

  2. Dave Tarassow sagt:

    Meine Fresse! „So geht Städtebau heute“, sagen immer wieder Bürger. Nachdem man in Leipzig voll im Lärmschutzwahn ist und an jeder neuen S-Bahn-Strecke hohe Lärmschutzwände aufstellt, selbst im Haltepunktbereich, das man ja nicht nach draußen schauen kann, macht man es in Chemnitz nun auch. Nur sind hier die Lärmbelästiger Autos. Wenn es denn unbedingt Lärmschutzwände in einer Wohngegend sein müssen, was an sich schon total bescheuert ist, dann durchsichtig. In Leipzig konnte man dies nicht umsetzen, wobei, glaube ich, immer noch ein Streit zwischen Stadt und Bahn läuft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.