„Verstärkte Bemühungen“

Jetzt haben wir es amtlich: „…ehemals sichere Abrisskandidaten erfahren verstärkte Bemühungen zu ihrem Erhalt.“ So verkündete es Frau Baubürgermeisterin Wesseler in der „Freien Presse“. Großvermieter oder Privateigentümer wenden sich Gründerzeithäusern und anderen Altbauten zu. Diese „verstärkten Bemühungen“ zeigt die kleine Gruppe des Stadtforums allerdings schon seit fast 10 Jahren auf und wurde dafür oft ausgelacht. Proteste gegen den Abriss stadtbildprägender Bauten liefen ins Leere. Abrissgutachten für den bekannten kommunalen Großvermieter stellten Freibriefe für Kahlschläge an markanten Stellen dar. Wie das Stadtbild dadurch verletzt wurde ist bekannt und noch schmerzlich sichtbar. Der „Problembereich“ Leipziger Straße 101 bis 110 sowie die gegenüber liegende Bebauung waren solche Abrisskandidaten. Als der Abriss auf der einen Seite dort erfolgt war, begann das Dilemma mit den Eigentümern in der zweiten Reihe. Es wurde ein Wettbewerb fu?r die Häuser 101 bis 107 unter Vorgaben der Stadt durchgeführt, die abgerissenen Häuser mit künstlerisch gestalteten (!) Wänden zu versehen. Das Stadtforum war auch beteiligt und hat eine vernünftige Lösung dargelegt, mit wohldurchdachter Nutzung der Räume. Die Häuser sollten traditionell saniert und mit Schallschutzfenstern versehen werden. Diese Vorschläge fanden keine Resonanz. Um so mehr freut es uns, dass gerade dort ein mutiger Investor das erste Gebäude, das Haus 101 saniert hat und dies voll vermietet ist. Allerdings geht der stadtplanerische Unsinn weiter. Häuser werden aufgekauft um sie abzureißen (Hartmannstraße, Blankenauer Straße). An der Mühlenstraße strebt man eine Karreebebauung an und reißt Häuser ab die 40 Jahre alt sind. Auch durch den Abriss von Hochhäusern verschwinden zentrumsnahe Kleinwohnungen. Positiv, dass endlich ein Umdenken einsetzt. Man darf nicht vergessen, dass die Bemühungen von privaten Immobilienmaklern, Architekten und eben auch dem Stadtforum dieses Umdenken mit zu verdanken ist.

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