Wir ehren K.C.Dietel durch seinen Beitrag

Es stand der Abriss des Hauses Hartmannstraße 16 bevor, da schrieb am 4.Juli 2010 K.C.D. diesen Brief an die OB Frau Ludwig:

sehr geehrte oberbürgermeisterin BARBARA LUDWIG –     vertreter des STADTFORUM CHEMNITZ, ernsthaft bemühte architektenkollegen und besorgtechemnitzer bürger wenden sich in den vergangenen tagen an mich als mitglied des KURATORIUMSTADTGESTALTUNG, für den erhalt des zum abriß vorgesehenen kopfgebäudes an der brücke hartmannstraße zu wirken.    die mir angetragenen sorgen teile ich weitgehend.     vor über hundert jahren schon faßte stadtbaurat RICHARD MÖBIUS das chemnitzer zentrumsehr viel weiter als den heute so benannten, tatsächlich spätmittelalterlich eng gefaßten kernbereich.auf der letzten sitzung des KURATORIUM STADTGESTALTUNG wurde eine diskussion zum chem-nitzer zentrumsbegriff deshalb als aufgabe bezeichnet. städtebaulich wichtige bauten markiertenum 191o das eigentliche, großstädtische chemnitzer zentrum mit wohn- oder funktionsgebäuden. kriegund DDR-überformungen ließen davon wenig. der bauplastisch interessante bau an der hartmann-brücke gehört davon zu den wesentlichen, noch erhaltenen. er gibt visuell trotz provinzieller elfge-schosser und ebensolcher ihnen vorgelagerten bauten dahinter, an der östlichen, inneren hart-mannstraße bis heute nach polizeipräsidium und berufsschule von MÖBIUS einen beeindrucken-den zentrumsauftakt, hier noch chemnitzer stadtgeschichte ausweisend.    meiner auffassung nach gibt es keinen logischen grund, das gebäude abzureißen. die technolo-gie des brückenbaues kann bei sofortigem weiterbau gesplittet werden, um eine fundamentsicher-ung durchführen zu können. ausbau des kopfgebäudes danach und eine vorstellbare, reizvolleneufassung der östlichen hartmannstraße gegenüber der intakten straßenflucht bis zum SCHMIDT-BANK-BAU könnten in ruhe anschließend erfolgen. zudem: die flußlage des gebäudes an der chemnitz und damit städtebauliche analogien zu JANSSEN-, HAASE-fabrik bis zur gesichertenkattunfabrik an der brücke müllerstraße sprechen wegen der stadtgeschichtlichen zusammenhängeebenfalls für den erhalt des bauwerkes.     bitte setzen sie sich, liebe barbara ludwig, für den erhalt des gebäudes und für eine problemdis-kussion dazu anläßlich der nächsten tagung des KURATORIUM STADTGESTALTUNG im septemberein. wir haben vergleichsweise nur noch wenige bauten in unserer stadt, die geschichtliche identitätausweisen. wir sollten alles tun, um soviel wie möglich davon zu bewahren.     mit herzlichem gruß –    ihr karl clauss dietel

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2 Antworten zu Wir ehren K.C.Dietel durch seinen Beitrag

  1. Rentier sagt:

    Trotz Proteste und Gutachten hatte die Stadt das Haus gekauft, um es abreißen zu können. Es war ein wichtiges Eingangstor in das Stadtzentrum.

  2. Rentier sagt:

    Unter Karl Richter† ist im Kommentar ein Foto von unseren Aktionen.

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