Historisches Eisenbahnviadukt, Annaberger Straße

Am 8. September zum Tag des offenen Denkmals 2013 informierten Sandro Schmalfuß und Frank Kotzerke vor Ort am Eisenbahnviadukt die Öffentlichkeit, anwesende Stadträte und Vertreter der Medien über die Informationslage zum von der Deutschen Bahn AG geplanten Abriss des historischen Eisenbahnviadukts Annaberger Straße und über das Zwischenergebnis der Petition „Erhalt des historischen Chemnitztalviadukts in der Chemnitzer Innenstadt – Nein zum Neubau“. Die Veranstaltung wurde gerahmt vom Spiel des bekannten Ensembles für Alte Musik, Convivium Musicum Chemnicense.
Im Anschluss fand eine Diskussionsrunde statt.
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Die Anwesenden sprachen sich gemeinsam mit den Initiatoren der Petition für einen Erhalt des historischen Viadukts aus. Es bestand Einigkeit über die Notwendigkeit der Prüfung und Abwägung aller Voraussetzungen und Möglichkeiten für einen Erhalt des Viadukts und damit über die Notwendigkeit eines unabhängigen Gutachtens zum Zustand der Konstruktion sowie über die Offenlegung der Planungen und bereits angefertigten Gutachten der Deutschen Bahn AG.

Die seit 23.04.2013 aktive Petition für den Erhalt des historischen Viaduktes fand bisher über 3900 Unterstützer. Darunter neben der Zeichnung durch ca. 2150 Chemnitzer, Unterzeichner aus der Politik, der Geschichtswissenschaft und der Architektur, so Lehrbeauftragte der Hochschulen Chemnitz, Weimar, Freiberg, Erfurt, Darmstadt, Augsburg etc.
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Wir rufen die Fraktionen des Chemnitzer Stadtrates auf, zu dieser Forderung einen gemeinsamen Konsens zu finden und diesen der Deutschen Bahn AG anzutragen.

Petition: „Erhalt des historischen Chemnitztalviadukts in der Chemnitzer Innenstadt – Nein zum Neubau“

Petition

In diesem Zusammenhang möchten wir gern auf die nächste Veranstaltung zum Erhalt des Eisenbahnviaduktes hinweisen. VIADUKT findet am 29.09. um 16.00 Uhr im „Morgner Archiv“ – Agricolastraße 25 statt und stellt sich – unter der Schirmherrschaft von Michael Morgner und seiner Frau Anke – dem Diskurs zum geplanten Abriss des markanten Baudenkmals. Den interessierten Besucher erwarten spannende Vor- und Beiträge rund um das Thema Industriedenkmal. Im Rahmen der Veranstaltung wird die Austellung „Historische Industriebauten in Chemnitz“ eröffnet, die u.a. Fotografien von HC Schink, B Kober und M Backhaus zeigt.

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5 Kommentare zu Historisches Eisenbahnviadukt, Annaberger Straße

  1. Familie Lißner sagt:

    Auch wir fordern den Erhalt des Viaduktes an der Annabergerstraße.Das Denkmalgeschützte Viadukt gehört zu Chemnitz genauso wie unser Nischel.

  2. Jens sagt:

    Also mal Klartext. Im Amtsblatt vom 29.Oktober 2003!!! stand: „Im Mai dieses Jahres erhielten sieben Ingenieurbüros/GmbH in Form eines Einladungs-wettbewerbes – ausgelobt von der DB ProjektBau GmbH gemeinsam mit der Stadt Chemnitz – den Auftrag, einen Neubau für die mehrgleisige Eisenbahnbrücke inmitten der Stadt (Annaberger Straße/Beckerstraße) zu erarbeiten.“ „Nach einem Sitzungsmarathon konnten Bürgermeisterin Petra Wesseler und der Leiter des Projektzentrums Dresden, Hartmut Kaiser die „Krebs und Kiefer Beratende Ingenieure für Bauwesen GmbH Darmstadt“ unter Mitwirkung des Architekten Carlo Gross als Wettbewerbssieger verkünden.“ „Ab 13. November 2003 werden die Arbeiten der Wettbewerbsteilnehmer in einer Ausstellung im Foyer der Technischen Rathauses, Annaberger Strasse gezeigt.“ „Der Baustart für das anspruchsvolle Bauwerk wird im Anschluß an die Fertigstellung des Chemnitzer Hauptbahnhofes erfolgen.Detaillierte Voruntersuchungen der Bahn, wie Brückenprüfung und Brückennachrechnung für den künftigen Belastungsfall zeigen, dass der Erhalt beziehungsweise die Unterhaltung des vorhandenen Brückenbauwerkes weder technisch noch wirtschaftlich vertretbar ist.“ „2002 vereinbarten daher die DB Netz AG, vertreten durch die DB ProjektBau GmbH, und die Stadt Chemnitz die gemeinsame Auslobung eines Realisierungswettbewerbes für einen Brückenneubau.“ „Die Bewerber für die Teilnahme am Wettbewerb wählten DB Netz AG und Stadt Chemnitz gemeinsam aus“ „Der Abriss der vorhandenen Brücke ist Teil der ingenieurtechnischen Aufgabe.“ An alle die sich jetzt – 10Jahre später – aufregen und Zeitdruck verspüren – Guten Morgen. Es ist wahrscheinlich wirklich so, dass Chemnitz ein sehr verschlafenes Städtchen ist. Nicht etwa, dass ich es gut heise was da vor sich geht, aber 10 Jahre Vorlauf für Bahn und Stadt!!! sind kaum aufzuholen.

  3. Sandro Schmalfuß sagt:

    Danke Jens, für Ihren Kommentar. Nach den vorliegenden Informationen ist das Vorhaben seit 2003 auch nicht weiter verfolgt wurden. Zwischenzeitlich hieß es, es wird gar nicht umgesetzt. Ggf. steht die damalige klare negative Aussage zum Zustand des Viadukts auch im Zusammenhang mit dem Gedanken, die Annaberger Straße in diesem Bereich zu verbreitern. Wie wir sehen, ist das heute kein Thema mehr und die Brücke hat zehn weitere Jahre ohne Sanierung gehalten.
    Zur Kritik an den Pedenten, diese waren vor 10 Jahren erst Anfang 20 und mit diesen Themen noch nicht beschäftigt. Aber vielleicht gehören Sie der Generation 50 + an und hätten damals schon die Möglichkeit eines Vetos gehabt.

  4. Rentier sagt:

    Hallo, Jens, warum endet Ihr „sachkundiger“ Artikel mit den Worten: „Nicht etwa, dass ich es gut heise was da vor sich geht, aber 10 Jahre Vorlauf für Bahn und Stadt!!! sind kaum aufzuholen.“?
    Was heißen Sie nicht gut, den Abriss des Viaduktes? Ja, da hätten Sie sich die letzten Jahre auch dazu äußern können, aber so zählen Sie nun auch zu den verschlafenen Chemnitzern. Wir sind froh, dass es nun einige gibt, die sich vor den Karren spannen und prüfen, ob und wie die Brücke erhalten werden kann. Das Ingenieurbüro GMG Dresden hat zur Brücke eine im Prinzip positive Meinung gehabt 2001, die Sie hier lesen können. Und die Gerberträger lassen sich nach Aussage von Fachleuten ertüchtigen.
    http://www.gmg-ing.de/#Services/aeb54e1c-2f30-4e19-8bad-7d3c87c14c43/06_Chemnitztalviadukt_Beckerbr%C3%BCcke_in_Chemnitz

    Noch ist nichts verloren und die Chemnitzer wollen den Erhalt, wie die vielen Unterschrifte zeigen.

  5. Wolfgang Haubold sagt:

    Warum wurde die Petition zum Erhalt des Eisenbahnviaduktes über die Annaberger Straße so früh geschlossen? Ich wollte gerade für den Erhalt dieses Kulturdenkmals unterschreiben, mußte aber feststellen, daß dies nicht mehr möglich ist, obwohl noch nicht die erforderliche Zahl an Unterschriften erreicht wurde! Ich gehe davon aus, daß viele Bürger unserer Stadt nicht wissen, wo man seinen Protest gegen den Abriß hätte deutlich machen können. Der heutige Beitrag im MDR wird sicher auch wieder die Chemnitzer Bürger mobilisieren.
    Wolfgang Haubold

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