Zersiedlung kostbarer Landschaft

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BLUTSPUR DER INDUSTRIALISIERUNG –

    seit ca. 135 jahren frisst sich industrie immer weiter in gewachsene
landschaft hinein. nach kriegsfolgen und wendeeinbrüchen sind heute
riesige FLÄCHEN/BA’UTEN IM STADTGEBIET VERFÜGBAR – an annaberger,
zwickauer oder dresdner straße stehen gewaltige areale leer. ist es faul-
heit, unvermögen oder ignoranz der stadtplaner, IMMER WEITER DRAUSSEN
gewerbeflächen ausweisen zu wollen? SIEMENS an der leipziger/röhrs-
dorfer straße das letzte menetekel, das projekt LEBENDIGE INNENSTADT
dadurch immer weiter sich von der realität entfernend.
    warum werden positive beispiele wie WIRKBAU, SCHÖNHERRFABRIK,
UNION- und GERETZ-BAU nicht stärker verfolgt?
    karl clauss dietel
 Ein hervorragender Film zu dieser Problematik ist hier anzusehen :
http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/unter-unserem-himmel/unter-unserem-himmel112.html
Hier das neueste Beispiel der geplanten Zersiedelung: der Gewerbepark Rabenstein-Ost
(Das Stadtforum hat hier Einspruch erhoben)
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Wir wünschen einen wirtschaftlichen Betrieb !

Man muss Hochachtung vor den Ingenieuren und Arbeitern haben, welche die Anbindung der Straßenbahn zur Turnstraße und Reichenhainer Straße nun geschafft haben. Die Anwohner hatten viel auszuhalten an Lärm, Staub und Unannehmlichkeiten. Wir hoffen, dass die Erwartungen an eine täglich gut gefüllte Straßen-und Umlandbahn in Erfüllung gehen, denn ein wirtschaftlicher Betrieb musste ja das Ziel sein. Man sieht auch wie Bäume reichlich gepflanzt wurden und werden.

Aber es wird nie wieder diese schöne Mittelgangallee geben, wo man gerade in solchen heißen Tagen wie derzeit entlang gehen konnte. Wir sind immer noch der Überzeugung, dass es eine Variante gab, diese zu erhalten und die enge Turnstraße als Trasse zu vermeiden.

Wir hoffen, dass es in Zukunft in der Stadt bald weitere neue Linien Richtung Röhrsdorf und Reichenbrand geben wird.

 

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Denkmale erhalten! Unsere Hoffnung stirbt zuletzt…

Nicht heutige Idealisten, Fetischisten und ewig rückwärts Gewandte wenden sich Gebäuden, Brücken und Ensembles zu, die in ihrer Gestaltung als einmalig und besonders gelungen bezeichnet werden. Das ist alles keine Erfindung der neuen Zeit. Bereits König Johann von Sachsen begründete 1850 ein Altertumsmuseum und brachte über die Bauhistoriker Steche und Gurlitt die Inventarisierung der Schlösser und Kirchen in Sachsen auf den Weg. Später dann die Gesetzgebung zum Denkmalschutz. Diese war etwa 1925 abgeschlossen. Viele Objekte sind durch den Krieg zerstört worden. Für die Anlage von neuen Zentren und Vierteln wurden nach 1945 unbedacht ebenfalls viele Objekte nicht nur in Chemnitz abgerissen. Nach 1990 standen hier viele Fabriken leer, die oft hochwertig gebaut und gestalterisch wirksam entweder einen neuen Nutzer fanden, dahinvegetieren oder abgerissen wurden. Hier in Chemnitz sollen etwa 95 Industriedenkmale von geschätzt 500 gerettet worden sein, wie T. Morgenstern von der Unteren Denkmalbehörde jüngst ausführte. Ob das als Erfolg gelten kann sei dahingestellt, einzelne Leuchttürme ragen hervor wie das Sächsische Industriemuseum und jetzt die eh. Haase-Färberei. Wenn die Bürger aber nicht aufpassen, werden weiter Gebäude oft sinnlos abgerissen. Deshalb auch gibt es das große Interesse der Chemnitzer, die Brücken des Chemnitzer Bahnbogens zu erhalten und den Stadthallenpark wie er jetzt sich darstellt. Neuestes Beispiel von Leichtsinn im Denken ist das als „Häuslerei“ in der Denkmallsite stehende Gebäude Annaberger Str. 431 in Harthau. Obwohl dies ein Stadtrat(!) kaufen wollte, fiel es jetzt der Abrissbirne zum Opfer. Dort ist eine straßenbegleitende Bebauung vorhanden und man wird künftig öde Hallen dort sehen.

Vor einiger Zeit wurde am Kontorgebäude einer eh. Fabrik an der Limbacher Straße 167 beim Abriss einer Halle „aus Versehen“ die hintere Front mit beseitigt. Es steht schon zwei Jahre als halbe Ruine da und wird auf diese Weise verfallen. Die Frontseite hat ein sehr repräsentatives Aussehen und ein Verlust wäre für das Stadtbild dort negativ.

 

 

Wann also bewegt sich etwas dort? Wir sind auf einen Kommentar hier gespannt, der vielleicht auch einmal von Seiten einer Behörde kommen könnte. Nur so stellt sich nämlich bürgernahes Verhalten deutlich dar!

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Bauen im Stadthallenpark Chemnitz?

Denkmalschutz aufheben und„Beschleuniger“-Bauwerk errichten?

Entsteht damit die Flaniermeile StraNa?

 Am 6. Februar hatte die „Freie Presse“ eingeladen zu einem Bürgerforum mit Podiumsdiskussion über die weitere Gestaltung der Innenstadt, vornehmlich der Straße der Nationen und ihrer anliegenden Baufelder, Parks und Bauten.

Zu diesem Thema gab es 2015 einen Innenstadtwettbewerb, den das Stuttgarter Architektenbüro Lohrer-Hochrein gewann. Dort wurde die teilweise Bebauung des Stadthallenparks vorgeschlagen mit dem Ziel, eine Art „Beschleuniger“ zu errichten, der die Bürger animieren soll, die Straße der Nationen in Richtung Opernhaus entlang zu „flanieren“ und hochwertigen Handel vorzufinden. Diese Lösung wurde von Prof. Nagler, dem IHK-Chef Herrn Bertram, Herrn Kellnberger, teilweise vom Baubürgermeister Herrn Stötzer favorisiert.

Frank Kotzerke, als Sprecher des Stadtforums verwies allerdings auf die hohe Bewertung des gesamten Ensembles. Dieser ganze Bereich ist das letzte Unikat einer unveränderten Zentrumsgestaltung aus DDR-Zeit, das inzwischen selbst an der Universität von Vancouver als hervorragendes Beispiel des Städtebaus genannt wird, wie eine Bürgerin ausführte. Herr Prof. Nagler und Baubürgermeister Herr Stötzer führten aus, dass jede Generation neue Ansprüche hat und auch Denkmalwerte nicht sakrosankt seien, konnten aber in der anschließenden Publikumsdiskussion damit keine Gegenliebe erzeugen. Noch ist der Denkmalschutz keine Ware, mit der man je nach Anspruch umgehen kann, wie man will. Kurz gesagt: die Chemnitzer wollen ihren gesamten Park so erhalten wie er ist. Zumindest so lange bis ein echter und dringender Bedarf nach einer Teilbebauung vorliegt. Das ist aber überhaupt nicht der Fall, denn die Stadt hat vorher andere Probleme zu lösen: die Entwicklung des sogenannten Theater- Baufeldes hinter der „Parteifalte“, die Belebung der jetzt leer stehenden Läden darin, die Schaffung von Wohnraum im Zentrum und die Öffnung der Roten-Turm-Galerie in Richtung Wall. Herr Kellnberger, der noch im Oktober 2016 angeboten hatte, den Stadthallenpark an der Johanniskirche wieder aufzubauen (!) und damit sein städtebauliches Verständnis offenbarte, plädierte nun flehentlich, zum Zwecke des „Flanierens“ ihm den Bau des „Beschleunigers“ doch zu überlassen. Er habe doch schon so viel Gutes für die Chemnitzer getan. Doch die undankbaren Chemnitzer wollten davon nichts hören und verteidigten ihren Park. Die Verdienste von Herrn Kellnberger zur Belebung der vorhandenen Immobilien werden anerkannt, aber mit der Bebauung am Stadthallenpark würde er sich ein Selbsttor schießen, denn seine Hotelgäste könnten aus vielen Zimmern nicht mehr ins Grüne sehen. Die Visionen, dort ein transparentes Bauwerk zu errichten in der Art des Kaufhofes, wo nichts transparent ist, sind Redensarten. Jedes Gebäude hat eine Vorder-und Hinterseite. Mit der Bewirtschaftung eines solchen großen, multifunktionalen Gebäudes entsteht sofort ein Hinterhofcharakter für den Rest des Parks und man wird die Mülltonnen und die Hinterseite genießen können. Kein Schmuckkästlein wird da entstehen, wie Herr Prof. Nagler meinte. Ein kleines, transparent gestaltetes, originelles Bauwerk wäre an der Ecke Brückenstraße allerdings denkbar, sagte Frank Kotzerke, übereinstimmend mit Prof. Dietel.

Unsere Meinung hierzu: Damit sich die Bürger und Gäste in der Innenstadt wohlfühlen hat man einst die Idee der Arkaden entlang des Rosenhofes und der Straße der Nationen auf ca. 1,2km Länge verfolgt. Vor Regen und Sonne geschützt, lässt es sich dort gut flanieren. Solche geschützten Bereiche, die es übrigens seit dem Mittelalter gibt, wurden aber zurückgebaut, um Nutzflächen zu erhalten. Unter einem kleinen Vordach in fünf Metern Höhe kann man schon nicht mehr flanieren und in Ruhe Schaufenster betrachten.

Die Ablehnung des Publikums für eine Bebauung ihres Stadthallenparks sollte dem Stadtrat zu denken geben, wenn er über die weitere Gestaltung an dieser Stelle etwas beschließen will. Als vehemente Verteidiger und Anreger blieben in Erinnerung Herr Prof. Karl Clauss Dietel, Herr Dr. Seidel, Herr Faßmann, Frau Kluge, Herr Amme, Frau Otto und Herr D. Fellendorf für die Kammergruppe Chemnitz der Architektenkammer Sachsen. Der „Freien Presse“ und ihrem Moderator, Herrn Swen Uhlig ist für diese Veranstaltung zu danken.

 

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10 Jahre www.stadtforum-chemnitz.de

 

Am 6.10.2006 wurde hier der erste Artikel eingestellt. In dieser Zeit wurden 219 Beiträge verfasst, die auch ausgedruckt vorliegen und zu gegebener Zeit dem Stadtarchiv übergeben werden. Zu diesen Beiträgen haben Bürger 282 Kommentare abgegeben.

Das Spektrum der ehrenamtlichen Arbeit der Mitglieder der Bürgerinitiative Stadtforum hat sich von der Bewahrung wertvoller Bausubstanz und dem Kampf gegen ungerechtfertigte Abrisse erweitert zu Fragen der Innenstadtgestaltung, zur bürgerfreundlichen Entwicklung der Mobilität, zum Erhalt der Bahnbrücken, zur Gestaltung des Tierparks, dem Erhalt des Ensembles Sportforum mit Stadionturm und anderen Fragen. In der Regel treffen wir uns am zweiten Dienstag 19 Uhr im Umweltzentrum Henriettenstraße 5. Interessierte Bürger sind willkommen.

Wir sind keine Wutbürger, kämpfen aber aus unserer Überzeugung und auch Fachkenntnis heraus gegen offenbar unsachliche, falsche oder gestalterisch unmögliche Lösungen. Oft haben wir in diesem Kampf verloren, glauben aber, dass wir sehr wohl wahrgenommen werden von kommunalen und privaten Leserkreisen.

Auf unmittelbare Tagesereignisse kann hier nur selten eingegangen werden. Dafür gibt es die Plattform https://www.facebook.com/StadtforumChemnitz/.

Ausführliche und fundierte Beiträge sind an die Möglichkeiten der Mitglieder geknüpft. Dafür werden aber pro Jahr etwa 10-15 Beiträge eingestellt und wir warten auf Ihre Kommentare darauf. Mit Spam-Beiträgen sind wir reichlich versorgt und wir fragen uns, wer diese anfertigt.

In diesem Jahr stehen folgende Themen für uns im Vordergrund:

-Entscheidung der Bahnaufsichtsbehörde steht an zu den Bahnbrücken: Abriss oder Neubau

-Innenstadt: gegen die massive Überbauung Stadthallenpark

-Verkehrsberuhigung Bahnhofstraße als vorläufiger Ersatz fürden fehlenden inneren Stadtring

-Teilnahme am 11. Netzwerktreffen der Stadtforen in Halle

-Umgestaltung Tierpark-Eingangskonzept steht unter Krritik

-Bebauungsplan ehemaliger Kulturpalast Rabenstein steht unter Kritik

-die Überladung mit Großwerbetafeln an den Hauptstraßen steht unter Kritik

Wir wünschen Ihnen nachträglich noch viel Erfolg im neuen Jahr.

die Redaktion

Literaturhinweise:

„Zur Baugeschichte der Großkampfbahn“, von Hilmar Uhlich in Chemnitzer Roland, Heft 2/16 und 3/16. Ein sehr interessanter Artikel, der die Baugeschichte und die Nutzungen in drei Gesellschaftsordnungen aufzeigt

„Wie das Viadukt entstand“, von Stephan Weingart, der auf acht Seiten eine gründliche Darstellung zur Vorgeschichte und Bau des heutigen Eisenbahnviaduktes Annaberger/Beckerstraße auch im Chemnitzer Roland, Heft 2/16 geliefert hat.

„STADTFORUM“ Heft 01/16, ein Magazin des Netzwerkes Stadtforen in Mitteldeutschland. Zu beziehen über das Stadtforum, Chemnitzer Künstlerbund oder Tel. 80827827. Das Magazin in einer Auflage von 900 Stück wurde in Halle gedruckt und an die Stadtforen verteilt. Für die Drucckosten sollen Spenden eingeworben werden, sodass pro Heft 3,-€ erwartet werden.

 

 

 

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Standort für die Skulpturen „Vier Tageszeiten“ von Johannes Schilling

Seit 1908 befinden sich die Sandsteinoriginale der Figuren in Chemnitz, weil sich in Dresden durch die Elbluft bedingt, Erosionserscheinungen andeuteten. Deshalb wurden die Figuren noch einmal in Bronze gegossen und an der Brühlschen Terrasse aufgestellt.Wer die räumliche Wirkung des Schlossplatzes in Dresden kennt mit den imposanten Bauwerken des Georgentores, der Kathedrale und des Aufganges zur Brühlschen Terrasse wird einsehen, dass die Wirkung der Figuren dort am besten zur Geltung kommt. Sie ist nur zu begreifen im Kontext dieses Raumes.Für diesen Standort gab es ja einen Wettbewerb; Schillings Entwürfe erhielten den 1.Preis, Franz Schwarz war der Bildhauer.

Der erste Aufstellort in Chemnitz am Theaterplatz mit der Erhöhung der hinteren Figuren und Wasserspiel war deshalb wohl auch der beste, den es hier gab. 1928 mussten sie dem „Chemnitzer Hof“ weichen und wurden 1936 im Schlossteichpark wieder aufgebaut. Der jetzige Standort ist ebenfalls im Zusammenhang mit Park und Brunnen als wirksam anzusehen.80 Jahre stehen die Figuren dort und haben den sauren Regen durch Industrieabgase und Vernachlässigung überstanden. Eine Restaurierung erfolgte 2011.Es handelt sich gewiss um die wertvollste Figurengruppe, die Chemnitz besitzt.Sie soll auch noch lange bestehen bleiben.Was ist derzeit der Grund für Ideen zur Umsetzung der Skulpturen?Ein Grund ist der versteckte Standort. Zu wenige Besucher sehen sich diese Figuren an. Gleichzeitig haben Vandalen dort ungestört Zeit, sich daran zu schaffen zu machen. Ist aber ein Standort mit viel Begängnis eine Gewähr, dass die Figuren nicht beschädigt werden? In Dresden stehen sie auf den Postamenten viel höher als hier.

Bei den Standortvorschlägen scheint der Phantasie keine Grenze gesetzt.  Muss aber erst wieder ein externes Expertengremium tagen, um einen Standort zu ermitteln? Angesichts der städtebaulichen Situation, der Einzelbauten aus der Entstehungszeit darf behauptet werden, dass es einen repräsentativen Standort in zentraler Lage hier nicht gibt. Es geht nicht darum, die Figuren auf dem Theaterplatz oder dem Markt „unterzubringen“. Das ganze Umfeld sollte stimmig sein. Die Figuren verlangen Ruhe und Besinnung. Diese ist derzeit im Schlosspark gegeben. Sollte man vorläufig dort eine gute Ausleuchtung und Kameras installieren, wäre das auch eine Lösung. Auf lange Sicht sollte man an unsere Nachkommen denken und diese Figuren in einem Lapidarium aufstellen. In der Zitadelle Berlin- Spandau ist in dem riesigen Marstall ein Arsenal an Figuren aus alter und neuester Zeit eröffnet worden, das man bei jedem Wetter in Ruhe betrachten kann und das gut geschützt ist. Außerdem entfällt der Aufwand der Verkleidung und der Reinigung durch Taubendreck.

Da es in Chemnitz ein ähnliches Lapidarium in kleinerer Form am Schlossberg gibt, könnte dieses durch die Originale der Schillingschen Figuren noch aufgewertet werden.Am derzeitigen Standort könnten Abgüsse weiterhin für die Atmosphäre sorgen, die den Ort bei der Umsiedlung der Figuren vor knapp 90 Jahren zur erstem Wahl machten. Außerdem gibt es dort noch weitere interessante Objekte zu sehen, beispielsweise den Muschelkalkbrunnen auf der Schlossteichinsel von Bruno Spieß aus dem Jahre 1913.

Generell wird allerdings bei der Diskussion um einen neuen Standort eines deutlich – es mangelt Chemnitz noch immer an einem überlegten Stadtmarketing. Sowohl Lapidarium als auch die Schillingschen Figuren sind auch deshalb selten Ziele von Touristen und Besuchern der Stadt.

Das Stadtforum Chemnitz hat sich auf seiner letzten Beratung zu diesem Standpunkt verständigt.

M.Backhaus, G. Rehn, K. Richter, F. Kotzerke

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Durchgangsverkehr gehört nicht ins Stadtzentrum!

Schon lange befasst sich das Stadtforum mit der vielspurigen Bundesstraße B173, welche das kleine Stadtzentrum tangiert. Infolge von Unfällen und Gefährdungen wurde die Geschwindigkeit dort auf 40km/h herabgesetzt. Das ist aber keine Dauerlösung. Wie kann man dort wenigstens den Schwerlast-und Durchgangsverkehr herausnehmen? Dafür musste bisher die einzige Lösung, die Vollendung des Inenstadtringes angesehen werden. Letztens hat unser Mitstreiter Martin Steudtner in verdienstvoller Form seine Vorstellungen in der Freien Presse verdeutlicht. Eine relativ einfache Lösung mit gleichem Niveau wie die Augustusburger Straße und ggf. Kreisverkehren könnte die Straße parallel zur Bahn an die Dresdner Brücke anbinden. Davor wäre zwar eine erhebliche Stützmauer nötig. Bei Ortsbegehungen auf der Rembrandtstraße wurde klar, dass aber vor der  dortigen Gründerzeitbebauung eine breitere Straße nicht ohne weiteres möglich ist. Und diese würde für den Schwerverkehr aber gebraucht. Auch der Lärmschutz würde unmögliche Schutzwände erforderlich machen.

Infolge der Herstellung des Anschlusses des äußeren Stadtringes Augustusburger Straße-Dresdner Straße laut Bundesverkehrswegeplan steht aber in Aussicht, dass der Schwerverkehr bereits lange vor dem Stadtzentrum auf diesen Ring geleitet werden könnte. Eine schnellere Verbesserung der Situation wäre wie folgt erreichbar nach unserer Ansicht: Die Bahnhofstraße, aber auch die Theaterstraße müssen durch mehr Übergänge besser transparent werden für die Fußgänger. Und auch Tempo 30 ist in einem bestimmten Bereich vorstellbar. Letzteres kann man sofort angehen, die Frage des Innenstadtringes muss dann neu bewertet werden, wenn der äußere Ring in Funktion ist. Es wird sich zeigen wie „beruhigt“ oder nicht die Bahnhofstraße dann wird.

In einer Beratung mit der Stadtverwaltung war Ergebnis, dass man die Vorstellungen des Stadtforums ernst nimmt und ein weiterer Kontakt möglich ist.

 

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Das 10.Vernetzungstreffen der Stadtforen Mitteldeutschlands

Am 9. April fand im Umweltzentrum das 10.Vernetzungstreffen der Stadtforen Mitteldeutschlands statt. Diesmal war Chemnitz wieder einmal Gastgeber. Dank einer längeren Vorbereitung, wo es galt die Partner persönlich zu erreichen, waren schließlich 10 Initiativen gekommen. Die Tagesordnung sah vor, dass jede einmal mit einem Kurzvortrag zu Wort kommt und die Probleme ihrer Stadt, aber auch die Erfolge durch konstruktive Beteiligung aufzeigt. So konnte man sehen wie in Halle, Leipzig, Altenburg, Freiberg, Dresden, Zittau, Görlitz und wir in Chemnitz durch eine stetige ehrenamtliche Arbeit Fragen der Stadtentwicklung, des Denkmalschutzes und des Verkehrs diskutiert und in die Öffentlichkeit getragen werden. Ein gewisses Vorbild ist das „braunschweiger forum“, das schon 30 Jahre existiert und in Braunschweig manches bewirkt hat. Die Vorsitzende des Forums war als Gast zugegen. Bisher wurden in Leipzig in digitaler Form die „Bausteine“, ein Magazin der Stadtforen erstellt und zwar in sehr aufwändiger Arbeit. Dieses Magazin soll nun weitergeführt werden in Form eines A5-Magazins, das periodisch erscheinen soll. Vorbild sind dabei die „Halleschen Hefte“, die schon über 20 Jahre herausgegeben werden. Das Treffen fand allgemein Anklang, auch dank der guten Versorgung. Leider fiel die Stadtführung aus Zeitgründen aus, bei der die wichtigsten Fragen unserer Stadt erläutert werden sollten vor Ort: das Viadukt und die Abriss-Planung der DB, die Bahnhofstraße, Straße der Nationen und Innenstadt. Die Führung soll aber nachgeholt werden.

Diese Treffen sollen auch in den politischen Gremien wie Stadtrat und Landtag Zeichen setzen, dass die Bürger sich konstruktiv mit den Fragen ihrer Stadt befassen, damit diese in jeder Beziehung wohnlicher, ansehnlicher und besser bewohnbarer wird als bisher.

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Widerspruchsfrist VIADUKT-Abriss

bild_5_Michael_Backhaus, Chemnitz

Achtung!

Die Widerspruchsfrist zum Viaduktabriss endet am Freitag den 26.02. – Ab da sind keine Einwände mehr möglich!

Bitte nutzt die Möglichkeit, eure Stadt mitzugestalten und eure Meinung demokratisch einzubringen.

Hier für alle, die Schwierigkeiten mit Einwandsformulierungen haben eine Vorlage als Kurzfassung eines Einwandes zum Vorhaben der Bahn – einfach ausdrucken, unterschreiben und bis Freitag (Posteingang) an die Landesdirektion schicken oder dort in den Briefkasten werfen.

Jede Meinung zählt!

Widerspruch Viadukt_Kurzfassung

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Statement eines Brückenfachmanns

Brücke-denkmal

Man muss dem Stadtforum Chemnitz-Viadukt e. V. dankbar sein für das kämpferische Engagement zum Erhalt einiger historischer Eisenbahnbrücken vor Ort.

Die allenthalben seitens einflussreicher Kreise aggressiv betriebene Zerstörung von erhaltenswerten Stahlbrücken zum Ersatz durch Betonbrücken muss bekämpft werden. Die historischen Stahlbrücken sind oft schon über 100 Jahre in Betrieb und immer noch funktionsfähig, zumindest reparabel. Betonbrücken hingegen sind oft schon nach kaum 35 Jahren irreparabel baufällig. Betonbrücken sind prinzipiell keine Alternative zu Stahlbrücken. Sie sind nicht nachhaltig und wirtschaftlich, von ihrer mangelnden Ästhetik ganz abgesehen. Sie sind volkswirtschaftlich gesehen nicht mehr vertretbar.

Andererseits gibt es ermutigende Beispiele für die erfolgreiche Erhaltung älterer Stahlbrücken zum Beispiel einige Rheinbrücken, allen voran die gigantische Hohenzollernbrücke in Köln. Es gibt auch Beispiele für die erfolgreiche Verhinderung bereits beschlossener Abbrüche von historischen Stahlbrücken. So konnte zum Beispiel schon in den 1980er Jahren die historische „Hackerbrücke“ am Hauptbahnhof in München aus dem Jahre 1890, die zum Abbruch bestimmt war, durch eine Bürgerinitiative gerettet werden. Es wurde eine Untersuchung durchgesetzt und diese ergab, dass keine irreparablen Schäden vorlagen und eine Restaurierung ohne großen Aufwand möglich war. Ein anderes prominentes Beispiel ist die große Eisenbahnbrücke über die Wupper bei Müngsten, die derzeit erfolgreich ertüchtigt wird oder auch die gigantische Hochbrücke bei Rendsburg über den Nord-Ostsee-Kanal, die durch erfolgreiche Restaurierung für weitere Jahrzehnte erhalten werden konnte und damit für den Deutschen Brückenbaupreis 2016 nominiert ist.

Dergleichen kann auch in Chemnitz gelingen!

Richard J. Dietrich
Dipl-Ing. Architekt und Ingenieur

BÜRO DIPL. ING. ARCHITEKT RICHARD J. DIETRICH

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Brief an MP Tillich

Brief eines Bürgers an Ministerpräsident Tillich zum Abrissvorhaben Chemnitzviadukt der DB:

Chemnitztalviadukt

die stadt bin ich_Viadukt

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Die Tage der Reichenhainer Mittelgangallee sind leider Geschichte

Mahnmale gegen kurzsichtige Stadtgestaltung – die Bäume der Reichenhainer Allee sind leider bald Geschichte!

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Planfestellungsverfahren Viadukt läuft!

die stadt bin ich_Viadukt
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Liebe Mitstreiter, liebe Interessenten,
aktuell bis zum 12.2.2016  liegen die Planunterlagen der Deutschen Bahn zum Viadukt  in der Stadtverwaltung Chemnitz – Technisches Rathaus Annaberger Straße aus.
Bis zum 26.2.2016 können Einsprüche geltend gemacht werden.
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Die Bahn hat außerdem die Unterlagen zur letzten Bahn Veranstaltung veröffentlicht. Seit dem 7.1.2016 ist der Informationspavillon im Chemnitz Hauptbahnhof immer donnerstags von 15-17:00 Uhr geöffnet und ein Ansprechpartner ist vor Ort(Anwohnerinfo)!
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Am Mittwoch, 27.1.2015 um 19:00 Uhr  trifft sich der Verein VIADUKT e.V. im Morgner-Archiv, um die nächsten Schritte zu besprechen.
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– Wie organisieren wir möglichst viele schwerwiegende Einsprüche?
– Öffentlichkeitswirksame Aktionen
– Mögliche Unterstützung durch Fachjuristen
– Kontakt zu anderen Initiativen
– Wer kann noch Einfluss auf das Planfeststellungsverfahren nehmen?
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Wir bitten um reges Erscheinen – Bitte die Einladung auch an alle weiteren Interessenten verteilen.
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Weitere Hinweise:
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StadtforumChemnitz
Kontakt über:
Frank Kotzerke
Phone: 49 371 23537066
 .
VIADUKT e.V.
Verein zur Nutzung des baulichen Erbes der Industrialisierung
Kontakt über:
Dr. Johannes Rödel
Andréstr. 9 / 09112 Chemnitz
Phone: 49 371 307708
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Wunderbarer Film über Eisenbahnviadukt Chemnitz

Die ARISDA film production hat einen Film über das Viadukt Annaberger Straße verfasst, dessen Inhalt nichts hinzuzufügen ist…

VIADUKT CHEMNITZ

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Innenstadtwettbewerb sorgt für Diskussionsstoff

Die Ergebnisse des derzeit ausgestellten städtebaulichen Wettbewerbes zur Gestaltung der Innenstadt hat zu reichlicher Diskussion unter der Bevölkerung gesorgt.
Auch das Stadtforum erarbeitet derzeit ein Papier mit einer Stellungnahme zu den Ergebnissen.
Als häufigster Kritikpunkt kristallisiert sich aber der steife Planungsrahmen – vorgegeben durch die Stadtverwaltung – heraus, der viele gute Ideen von vornherein abgewertet hat. Weiterhin wurde die Ausrichtung des Wettbewerbes auf investorfreundliche Belange sowie die zu hohe Wichtung von Handel und Gewerbe kritisiert.
Hier gibt es sicher noch einigen Diskussionsbedarf. Aus diesem Grunde können wir nur alle interessierten Bürger auffordern, sich die Ausstellung anzuschauen. Diese ist noch bis zum 04. September im Erdgeschoss des Park- und Geschäftshauses Johannisplatz 8 zu sehen.
Nur durch aktive Bürgerbeteiligung können wir helfen unsere Stadt mitzugestalten und unsere Belange einbringen.

Ausstellung Wettbewerb Innenstadt

 

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VIADUKT – Stadt lässt sich nicht in die Taschen lügen

bild_4_Michael_Backhaus,  Chemnitz

Zur Sondersitzung des gestrigen Bau-Planungs- und Umweltausschusses zum Eisenbahnviadukt Annaberger Straße hatte wiederholt die Deutsche Bahn versucht, durch falsche Tatsachendarstellung ihre Vorzugsvariante Brückenneubau gegenüber dem Erhalt des historischen Viaduktes in den Vordergrund zu spielen. Dabei wurde – wie schon im vorangegangenen Prozess auf Transparenz weitestgehend verzichtet. Da könnte man mutmaßen, warum der Vorhabensträger hier DB Netz AG heisst – trifft man doch auf ein verwobenes Geflecht aus Abhängigkeiten zwischen Gutachtern, Planern und Bahn auf. So ist beispielsweise der als unabhängiger Sachverständiger für die Kostenschätzung der Varianten zuständige und der Öffentlichkeit als Prof. der TU Dresden vorgestellte Dr. Stroetmann gleichzeitig Geschäftsführer des für die Planung des Neubaus zuständigen Büros Krebs und Kiefer. Dieses Büro hat bis heute KEINE einzige Stahl-Nieten-Brücke saniert. Sicherlich wurde versucht, dem Zuhörer als Referenz die Theodor-Heuss-Brücke in Mainz unterzuschieben. Nur ist diese Brücke letztendlich geschweisst, die Nieten nur aufgeklebt.

Als Taktik hatte man sich vorgenommen, den Neubau über die Bau- und Erhaltungskosten zum Gewinner zu küren. Nicht verwunderlich – würde bei einer Entscheidung pro Erhalt Krebs und Kiefer ggf. ein Auftrag von nicht unerheblicher Größe durch die Lappen gehen.

Glücklicherweise konnte der unabhängig in die Expertenrunde berufene Prof. Lorenz von der BTU Cottbus für Aufklärung und Relativierung sorgen. So zitierte er den neusten Bahn-eigenen Kostenkatalog nach DIN 276 unter Reflexion seiner Erfahrungen mit vergleichbaren Bauwerken – beispielsweise bei der Sanierung der obergleisischen U-Bahnlinie U2 auf der Berliner Schönhauser Allee – und kam zu völlig anderen Ergebnissen in Bezug auf die Bau- bzw. Erhaltungskosten. Hierbei verteuerte sich der Neubau zusehends bei Kostenreduzierung der Sanierungsvariante, was letztendlich zur Balance führte. Es sei hier noch angeführt, dass Prof. Lorenz wirklich große Erfahrung mit diesbezüglichen Brücken und deren Sanierung hat.

An der Möglichkeit einer Erhaltungsvariante kommt man ohnehin seit dem letzten Bürgerforum nicht mehr vorbei. Und so bestand wenigstens bei der technischen Machbarkeit des Erhaltes Konsens zwischen Denkmalpflege und Bahn.

Erschreckend bei der gesamten Diskussion bleibt, wie wenig Bedeutung die Stadt Chemnitz für die Deutsche Bahn hat. Von einer Fernbahnanbindung oder gar ICE-Anschluss können wir ja gern weiter träumen.

Doch diesmal waren die Stadträte „nicht nur als bloße Staffage“ gekommen, um sich von der Bahn einwickeln zu lassen, um die Legitimation für deren Handlung zu erteilen, wie Tino Fritzsche (CDU) deutlich machte. ALLE Stadträte und Ausschussmitglieder votierten einheitlich für die Variante Erhalt! Und selbst wenn diese Variante teurer als der Neubau wird – Denkmalpflege ist oft intensiver – steht die Stadt zu ihrer Geschichte.

Was sich aus diesem Verhältnis entwickelt bleibt abzuwarten. Ein positives Gefühl aber bleibt.

Sachsenspiegel

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KiKuWe _ K i n d e r k u n s t w e t t b e w e r b _ VIADUKT

Die kreative Phase des Kinderkunstwettbewerbs zum Eisenbahnviadukt Chemnitz neigt sich ihrem Ende. Bislang sind eine Menge Arbeiten eingegangen. Noch bis Samstag können verspätete Arbeiten abgegeben werden.

Die Preisverleihung findet am kommenden Sonntag, den 21.Juni ab 15 Uhr im Restaurant VIVA MAMAJOE´s    Beckerstraße 15-17 statt. Wir laden alle Teilnehmer und Interessierte herzlich dazu ein.

Die Arbeiten aller Kinder werden dann ab Montag in der Galerie Roter Turm zu sehen sein.

Mama Jo´s

Bru cke_klein

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K I N D E R K U N S T v i a d u k t

VIADUKT_Wettbewerb_2015_13

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Unterstützer für „VIADUKT e.V.“ gesucht!

bild_1_Michael_Backhaus, Chemnitz

Der in der Folge des Bekanntwerdens der Abrissvorhaben im Zuge der Bahnstreckensanierung Chemnitzer Bogen – hierrunter fallen das Chemnitzviadukt als markantestes Bauwerk ebenso wie sechs weitere Brücken im Stadtgebiet – hat sich der Verein Viadukt e.V. gegründet. Der Verein setzt sich für den Erhalt dieser wichtigen Zeitzeugen der Chemnitzer Industriegeschichte ein. Wenn Sie sich gerne in unserem Verein engagieren möchten – im Anhang finden Sie unserer Satzung sowie ein Antragsformular zur Vereinsmitgliedschaft, welches Sie bei Interesse bitte ausgefüllt an folgende Adresse schicken:
V i a d u k t e . V .
Verein zur Nutzung des baulichen Erbes der Industrialisierung
Agricolastraße 25
09112 Chemnitz

Wir würden uns sehr über Ihre Mitarbeit freuen!

Satzung VIADUKT e.V.

Mitgliedsantrag

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Das Stadtforum Chemnitz und seine Themen für dieses Jahr

Bei den letzten Sitzungen des Stadtforums wurden folgende Themen als die Wichtigsten erachtet, um Einfluss zu gewinnen auf bestimmte Entscheidungen der Stadtverwaltung und des Stadtrates:
Leider wurde nach wenigen Jahren die Tätigkeit des „Kuratorium für Baukultur und Stadtgestaltung“ wieder eingestellt. Das soll aus Kostengründen geschehen sein. Von uns wurde ausdrücklich auf die Verfahrensweise in Leipzig hingewiesen. Hier aber wurden zu viele „Experten“ von außerhalb eingeladen, welche entsprechende Kosten verursachten. Die Einflussnahme, die Stadt mit fremden Augen zu beurteilen, zu hinterfragen und zu beraten scheint jedoch eine nützliche Sache zu sein.

1. Der Viadukt Annaberger Straße kann und muss erhalten werden!

Die Deutsche Bahn führt Baumaßnahmen auf der Ausbaustrecke Karlsruhe-Nürnberg-Dresden durch. Im Bauabschnitt „Chemnitzer Bahnbogen“ sollen dabei allein sechs Eisenbahnüberführungen neu gebaut werden mit allen dazugehörigen Anlagen und Schallschutzmaßnahmen. Mehrere Brücken stehen unter Denkmalschutz und sind stadtbild-prägend. Vor allem um den 250m langen, einst vierspurigen sogenannten Chemnitztalviadukt ist durch Bürgerschaft und Fachleute mit Petitionen, Unterschriftenlisten und Bürgertreffs ein Kampf um Erhalt oder Abriss entbrannt. Beim 2. Bürgertreff am 27.11.2014 musste von der DB eingeräumt werden, dass nach erneuter Prüfung die Restnutzungsdauer bedeutend weiter zu erfassen ist, da eine Brückenhälfte bis heute nur 35 Jahre unter Belastung stand.
Zur Zeit arbeitet eine Expertengruppe mit der DB Netz daran,  ob sich die Brücke erhalten lässt. Dabei ist  der Befürworter des Erhaltes, Herr Prof. Lorenz  und weitere Gutachter. Eine Entscheidung soll Mitte des Jahres veröffentlicht werden. Das wurde vom Vorsitzenden des Vereins „Viadukt“, Herrn Johannes Rödel auf dem Neujahrsempfang des Vereins bekannt gegeben. Die Chancen dafür haben sich also wesentlich gebessert, weil auch die Stadt von der Prämisse, einen Brückenpfeiler an der Annaberger Straße zu beseitigen, abgegangen war. Die Angaben der Kosten  wurden als unrealistisch angesehen, weil die Sanierungsvariante ebenfalls vom gleichen Büro wie die Neubaulösung ermittelt wurde. Es wurde ein  Kostenvergleich verschiedener Anbieter verlangt.
Für die Brücken Augustusburger Straße, Reichenhainer Straße und Stollberger Straße gibt es aber keine Chance des Erhaltes.

2. Das „Chemnitzer Modell“- Verknüpfung von Straßenbahn und Eisenbahnstrecken
in das Umland

Hier richtet sich die Kritik nicht gegen das Prinzip, weil damit eine Verbesserung des Personenverkehrs in das Umland erwartet wird. Das wurde mit der Pilotstrecke  nach Stollberg seit 2002 bewiesen. Zur Zeit befindet sich die Stufe 2, Bau einer Straßenbahntrasse zum Campus der TU Chemnitz mit Einbindung in das Schienennetz der DB nach Thalheim im Planfeststellungsverfahren. Bis zum 7. April können und müssen Einwände geltend gemacht werden! Die Kritik der Anwohner, Studenten und des Stadtforums richtet sich gegen die geplante Trassenführung auf der Mitte der Reichenhainer Straße, dort wo jetzt noch eine Mittelgangallee mit Platanen vorhanden ist. Es wurden wiederholt Alternativen zur Trassengestaltung vorgelegt, die aber letztlich nicht beachtet werden. Jetzt können unmittelbar Beteiligte ihre Einwände geltend machen. Hier wird vor allem der Verein Stadtbahn e.V. aktiv werden.
Eine weitere Kritik ist die fehlende Anbindung des großen Sportforums, des Friedhofes und des Stadtteiles Reichenhain mit dem 3. Campus der TU. Weiterhin wird die Wirtschaftlichkeit dieser Strecke nach Thalheim bezweifelt. Es gibt keine schriftliche Zusage, dass von Bund und Land die benötigten 250 Mill. € für alle Stufen als Förderung eingehen.

3. Verkehrsberuhigung im Zentrumsbereich und Anbindung des
Reitbahnviertels an das Zentrum

Seit längerer Zeit wird nicht nur vom Stadtforum kritisiert, dass man die Weiterführung des inneren Stadtringes von der Gustav-Freytag-Straße bis zum Dresdner Platz nicht mehr in Erwägung zieht und die Bundesstraße B173 wohl für ewige Zeiten das Stadtzentrum zerteilen soll. Über die sehr breite 6-spurige Bahnhofstraße bewegen sich Fahrzeuge aller Klassen mit Tempo 50 durch die Stadt. Das hat keine Lebensqualität in diesem Bereich !

4. Geplante Bauwerke des Entsorgungsbetriebes Chemnitz an zentraler Stelle

Ganz überraschend hat man Anfang des Jahres Kenntnis erlangt, dass der Entsorgungsbetrieb Chemnitz im Brühlviertel entlang der Mühlenstraße eine riesige Anlage zur Abwasserbeseitigung (Regenüberlaufbecken, Trennbauwerk und Schieberbauwerk) errichten will. Andere Standorte sind angeblich nicht möglich. Das hängt mit dem Mischsystem der Stadt zusammen und den Problemen bei Hochwasser (Fäkalienverunreinigung). Die Vorzugsvariante ist genau dort, wo unlängst der Rahmenentwicklungsplan des Stadtplanungsamt mit dem Büro Prof. Albert Speer eine Blockrandbebebauung erarbeitet hat. Das zeugt von unkoordinierter Arbeit im Rathaus! Wir haben uns von Anfang an für die zwar teurere, aber für die Zukunft bessere Variante an der Brückenstraße ausgesprochen.

Wie zu erfahren ist, hat sich der ESC und die Stadtverwaltung inzwischen für die Variante 2, Bau auf der Brückenstraße, ausgesprochen. Das muss noch vom Stadtrat bestätigt werden. Die Bedenken seitens der Anwohner dort sollten mit Geduld und Sachkunde beantwortet werden.

5. Bebauungspläne in der Innenstadt

Inzwischen ist per Stadtratsbeschluss der Standort für das Technische Rathaus entschieden worden, und zwar im sogenannten „Contiloch“ Ecke Bahnhofstraße/Waisenstraße. Damit wird eine 20 Jahre alte Brache beseitigt. Dafür entsteht im bisherigen Altneubau Annaberger Straße ein riesiger Leerstand. Auch hier wirkt sich die vorbeiführende B 173 nicht vorteilhaft aus. Abgesehen von dem geschilderten Missstand des flutenden Verkehrs auf der Bahnhofstraße wird über die beidseitige Bebauung im Bereich Johannisplatz nach einer Lösung gesucht und nach Investoren. Der Anschluss an den genialen Bau von Erich Mendelsohn ist erforderlich, wenn man nicht in die Hinterhofbebauung mehr sehen will und endlich dort Urbanität herstellen will.

6. Gestaltung Marktplatz und Vorschläge

Was hier langsam zur Komödie ausartet, ist die Suche nach einer guten Gestaltung des Marktplatzes. Da ist offenbar keine Lösung in Sicht, weil zu viele unterschiedliche Vorstellungen kursieren. Das erinnert an die Gedenkstätte Augustusplatz in Leipzig.
Vor 10 Jahren gab es einen Wettbewerbssieger mit einem Tassenbrunnen. Man muss sich über die heutige Funktion eines Marktplatzes klar werden. Zum Handel treiben gibt es andere Flächen, die auch verkehrsmäßig gut angebunden sind. Nur für Ausnahmen wie Weihnachtsmarkt oder historischer Markt sollte dieser Markt noch dienen, dafür ein ansehnlicher Brunnen diesen zieren.

7. Konzeption Tierpark und Vorschläge

Der Stadtrat hat Mittel bewilligt, den Tierpark umzugestalten. Jahrelang wurden Käfige, Tierhäuser und Wegebeziehungen aus Kostengründen vernachlässigt. Die vorgeschlagene Lösung mit neuem Haupteingang stößt auf Kritik. Hier sollte die Meinung der Bürger und Anwohner berücksichtigt werden. Der jetzige Eingang (seit 50 Jahren) am Weg zur Gaststätte „Pelzmühle“, vorbei am Eselgehege und Spielplatz scheint optimal

8. Den ehemaligen Kulturpalast Rabenstein sinnvoll nutzen

Endlich gibt es für den Erhalt des ehemaligen Kulturpalastes (Baujahr 1950 im Stil der Neorenaissance) in Chemnitz-Rabenstein einen Lichblick. Bisher hat der Eigentümer um dessen Abriss gekämpft. Jetzt hat er seine gerichtlichen Schritte zurückgezogen, weil er mit der Stadt einen Bebauungsplan des Grundstücks vereinbart hat. Die Absicht ist geblieben, dieses mit Einfamilienhäusern zu bebauen. Abgesehen davon, dass dies der Gesamtgestaltung widerspricht, wäre eine sinnvolle Nutzung des großen Gebäudes besser. Vorschläge gibt es. Gegenüber ist das Krankenhaus Rabenstein, das dort eine Reha-Einrichtung vor der Tür hätte oder ein Alters-und Pflegeheim.

9. Baumfällungen größten Ausmaßes vor Wohnblöcken Stollberger Straße

Eine 700m lange Pappelallee entlang der Stollberger Straße soll jetzt gefällt werden. Gründe sind angeblich die Standsicherheit und die Gefahr dass Äste abgeworfen werden könnten auf parkende Autos. Die Bürger müssen sich im Klaren sein, dass nach der Abholzung dort kein Lärm- und Staubschutz zur Straße mehr besteht, Lichtblendungen eintreten und die grüne Wand verschwunden ist auf absehbare Zeit. Das Stadtforum findet dabei derzeit Unterstützung durch Baumgutachter und gültige Rechtsurteile.
Der Naturschutz und die Ornithologen werden sich hier ebenfalls einbringen.

Nachwort

Für ein kleines Stadtforum sind das anspruchsvolle Fragen, mit denen sich ja ganze Planungsabteilungen hauptberuflich befassen. Das soll aber zeigen, dass die Bürger ihre Stadt mit Aufmerksamkeit verfolgen und mitgestalten möchten. Dafür wurde der Stadtrat ja auch gewählt.
Das soll aber nicht heißen, dass unser Stadtforum nicht über den Tellerrand hinausschauen kann. Soweit es möglich ist, verfolgen wir die Arbeit der anderen Stadtforen in Mitteldeutschland, aber auch die Planungen in der Berliner Innenstadt (Alexanderplatz) und den fragwürdigen Schloss-Neubau. Auch über die Grenzen hinweg nehmen wir wahr, dass Bürger gegen geplante Supermärkte in Istanbul demonstrieren, weil dort historische Viertel zerstört werden. Auch in China werden solche Viertel rigoros beseitigt. Selbst in New York soll vor 50 Jahren der Abriss des größten Bahnhofes der Welt, der Grand Central Terminal durch Jacky Kennedy verhindert worden sein!
Das gibt uns die Bestätigung weiter zu machen und neue Mitstreiter zu gewinnen.

Veröffentlicht unter "Reichenhainer Allee erhalten"-Einsatz für Mittelgangallee war vergebens, Abwasser-und Hochwasserfragen, Allgemein, Eisenbahnbrücken, Fußgängerverkehr, Innenstadtring, Stadtplanung | 1 Kommentar