Die Zukunft des Sportforums

Wie neulich in der Freien Presse zu lesen und nochmals im Amtsblatt beweihräuchernd wiedergegeben, ist der Stadt Chemnitz ein neuerlicher Clou dilettantischer Stadtplanung gelungen! Man plant, das Sportforum in Angriff zu nehmen. Dazu soll sich neben der Kommune auch das Land beteiligen. Sollte jetzt vielleicht bei dem einen oder anderen die Hoffnung keimen, hier wird zukünftig wieder an wunderbare Tradition Chemnitzer Sportgeschichte angeknüpft – er wird enttäuscht.

Man möchte zwar die Leistungszentren der einzelnen Sportarten stabilisieren, das ist aber weniger relevant für eine breite Öffentlichkeit denn für interne Qualität. Viel entscheidender ist, das Hauptstadion, einst Austragungsort von Fußball-Länderspielen oder internationalen Leichtathletik-Meetings soll platt gemacht werden. Dazu fällt als erstes der Turm des Marathontores, es folgen die Zuschauertraversen. Die legendäre Radrennbahn wird gerade mal für Trainingszwecke saniert. Nachdem die Stadt jahrelang dem Verfall des Sportforums tatenlos zugesehen hat, werden nun die Reste zusammengeschoben und weggekehrt. Und dazu fordert man auch noch das Land auf, sich finanziell zu beteiligen. Das ganze wird dann der Öffentlichkeit auch noch als „neues Konzept der Stadt für das Sportforum“ vorgestellt.

An anderer Stelle werden Millionen für ein neues, sicher wichtiges Fußballstadion investiert, das in seiner Funktionalität gerade mal einen Nachmittag alle zwei Wochen genutzt wird.

In diesem Zusammenhang hätte sich doch – mit etwas Weitblick – sicher eine gemeinsame Zukunft für beide Funktionen an der Reichenhainer Straße finden lassen. Eine bis dato fragwürdige Bahnlinie des Chemnitzer Modells für diese Strecke würde dann auch mit etwas mehr Sinn hinterlegt werden.

Und so verschwindet ein weiteres Stück Identität aus der Stadt…

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6 Kommentare zu Die Zukunft des Sportforums

  1. F. Ortmann sagt:

    Zweifelsohne trug auch die sogenannte „Großkampfbahn“, 1938 fertiggestellt, alle Zeichen und Fahnen des Nationalsozialismus an sich. Die Kommunisten als deren größte Gegner hätten allen Grund gehabt, Marathontor und Eingangssäulen wegzureißen. Ein anderer Geist fand aber dort Platz. In Berlin mit seinen recht vielen Bauten aus der Hitlerzeit (Olypiastadion usw.) wäre so ein Abriss nicht möglich, im Gegenteil diese Bauten sind Regierungsbauten geworden. Wird das hier abgerissen und erhält keinen Ersatzbau, wird das ein langweiliges Allerweltsstadion. Auch die Radrennbahn konnte ich beim Steherrennen „50 Jahre RRB“ erleben und es war ein tolles Erlebnis. Geht doch mal praktisch ran-was kaputt ist wird repariert ohne ewige Bedenkenträgerei.

  2. Stone sagt:

    Auch wenn im Beitrag viel wahres enthalten ist. Spätestens mit dem Seitenblick auf das im Bau befindliche Hobby unserer Oberbürgermeisterin hat der Artikel jegliche Chance verloren, seitens der Dame wahr- bzw. ernstgenommen zu werden. Wie kann man es nur wagen, etwas gegen die neue millionenschwere Spielwiese unseres Drittligisten zu sagen. (Für diejenigen, die es gleich wieder ernst nehmen wollen, der letzte Satz = Sarkassmus.)

  3. F.Beckert sagt:

    Was für ein Konzept? Ich erkenne hier in der Stadt bei nichts ein Konzept oder irgendetwas, was nur annähernd diese Bezeichnung verdient! Flickschusterei aller Orten! Kein Plan für nichts!

  4. Karsten Schmalfuß sagt:

    Wer jetzt erwartet, dass der erfolgreichste Radsport Trainer nur seine Radrennbahn im Kopf hat, der irrt!
    Was hier in der Stadt, mit all den bisherigen und aktuellen Regierungsbeamten hinsichtlich der sportlichen Entwicklung passiert, ist schon strafbar. Von der einstigen Sportstadt zur „SPOTTSTADT“, von einer Metropole der Industrie, des Sports und Kultur-kaum noch was übrig…aber solange man sich an kleinen statistischen Erfolgen über die Amtszeiten rettet, wird nichts passieren.
    Stadt der Moderne…dazu gehört kein Sport, keine Industrie, keine Kultur, der das internationale Interesse einst auf diese Stadt hat blicken lassen…

    Unsere Athleten aller Sportarten holen bis heute internationale Erfolge. Belohnung? Goldenes Buch der Stadt! Klasse! Aber der nächste Schritt? Fehlanzeige…da geht ein Turner Bretschneider (6.der WM) in eine andere Bundesliga Mannschaft…unsere Weltspitzenathleten im Radsport trainieren kaum noch in Chemnitz, da die Bedingungen seit Jahrzehnten unterirdisch sind…Ehemalige Aktive bestreiten seit Jahren elende Kämpfe, hier was zu verändern. Nicht zuletzt wollte Schönlebe und Hübner die Radrennbahn mit einer Veranstaltung „retten“, indem mann Leichtathletik und Radsport kombiniert…Superidee! Die offizielle Stellungsnahme der dem Bürgermeisterin zur Absage: „Wir können internationale Athleten doch nicht diese Ruine zeigen!“
    Aber was regen wir uns auf…wir sind selber dran schuld. Wir haben gewählt, staatsbürgertreu! Und unsere Volksvertreter wissen schon, was sie machen.

  5. Sonja Reuter sagt:

    Ein Trauerspiel!!!

  6. Kochi sagt:

    Es ist doch immer das gleiche. Die Leute die das entscheiden, sitzen immer nur in Aufsichtsräten grosser Firmen und machen das was deren Geschäftsführer vorschlagen. Viele haben doch eh von allem keine Ahnung. Sie sagen immen sie wollen sich für die Stadt einsetzen und die Stadt der Moderne noch attraktiver machen doch im großen und ganzen sitzen sie in ih ren Büros und sehen nicht wie alles den Bach runter geht. Hauptsache wir bekommen immer mehr Museen. Das ist wohl das wichtigste was unsere Stadt ausmacht, obwohl der Sport immer große Talente rausgebracht hat. Aber das ist vielen ja egal. Ich sag nur eins wenn man viele Fördermittel verstreichen lässt und 100 Bürgermeister hat kann ja nichts fertig werden. Denn jeder will seinen senf dazu geben. Es fehlt einfach an einer klaren Struktur. Es wird überall angefangen aber nie richtig zu ende gebracht. Naja ich kann nur soviel sagen das Sportforum hat seine beste und geilste Zeit (auch mal ein Konzert) hintersich gelassen und es wird nie wieder so werden. In diesem Sinne Sport frei und nicht, ach Frühjahrsputz wir kehren alle mal den Marktplatz für eine saubere Stadt. TOLL WIRKLICH WICHTIG.:-(

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