KiKuWe _ K i n d e r k u n s t w e t t b e w e r b _ VIADUKT

Die kreative Phase des Kinderkunstwettbewerbs zum Eisenbahnviadukt Chemnitz neigt sich ihrem Ende. Bislang sind eine Menge Arbeiten eingegangen. Noch bis Samstag können verspätete Arbeiten abgegeben werden.

Die Preisverleihung findet am kommenden Sonntag, den 21.Juni ab 15 Uhr im Restaurant VIVA MAMAJOE´s    Beckerstraße 15-17 statt. Wir laden alle Teilnehmer und Interessierte herzlich dazu ein.

Die Arbeiten aller Kinder werden dann ab Montag in der Galerie Roter Turm zu sehen sein.

Mama Jo´s

Bru cke_klein

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K I N D E R K U N S T v i a d u k t

VIADUKT_Wettbewerb_2015_13

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Unterstützer für „VIADUKT e.V.“ gesucht!

bild_1_Michael_Backhaus, Chemnitz

Der in der Folge des Bekanntwerdens der Abrissvorhaben im Zuge der Bahnstreckensanierung Chemnitzer Bogen – hierrunter fallen das Chemnitzviadukt als markantestes Bauwerk ebenso wie sechs weitere Brücken im Stadtgebiet – hat sich der Verein Viadukt e.V. gegründet. Der Verein setzt sich für den Erhalt dieser wichtigen Zeitzeugen der Chemnitzer Industriegeschichte ein. Wenn Sie sich gerne in unserem Verein engagieren möchten – im Anhang finden Sie unserer Satzung sowie ein Antragsformular zur Vereinsmitgliedschaft, welches Sie bei Interesse bitte ausgefüllt an folgende Adresse schicken:
V i a d u k t e . V .
Verein zur Nutzung des baulichen Erbes der Industrialisierung
Agricolastraße 25
09112 Chemnitz

Wir würden uns sehr über Ihre Mitarbeit freuen!

Satzung VIADUKT e.V.

Mitgliedsantrag

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Das Stadtforum Chemnitz und seine Themen für dieses Jahr

Bei den letzten Sitzungen des Stadtforums wurden folgende Themen als die Wichtigsten erachtet, um Einfluss zu gewinnen auf bestimmte Entscheidungen der Stadtverwaltung und des Stadtrates:
Leider wurde nach wenigen Jahren die Tätigkeit des „Kuratorium für Baukultur und Stadtgestaltung“ wieder eingestellt. Das soll aus Kostengründen geschehen sein. Von uns wurde ausdrücklich auf die Verfahrensweise in Leipzig hingewiesen. Hier aber wurden zu viele „Experten“ von außerhalb eingeladen, welche entsprechende Kosten verursachten. Die Einflussnahme, die Stadt mit fremden Augen zu beurteilen, zu hinterfragen und zu beraten scheint jedoch eine nützliche Sache zu sein.

1. Der Viadukt Annaberger Straße kann und muss erhalten werden!

Die Deutsche Bahn führt Baumaßnahmen auf der Ausbaustrecke Karlsruhe-Nürnberg-Dresden durch. Im Bauabschnitt „Chemnitzer Bahnbogen“ sollen dabei allein sechs Eisenbahnüberführungen neu gebaut werden mit allen dazugehörigen Anlagen und Schallschutzmaßnahmen. Mehrere Brücken stehen unter Denkmalschutz und sind stadtbild-prägend. Vor allem um den 250m langen, einst vierspurigen sogenannten Chemnitztalviadukt ist durch Bürgerschaft und Fachleute mit Petitionen, Unterschriftenlisten und Bürgertreffs ein Kampf um Erhalt oder Abriss entbrannt. Beim 2. Bürgertreff am 27.11.2014 musste von der DB eingeräumt werden, dass nach erneuter Prüfung die Restnutzungsdauer bedeutend weiter zu erfassen ist, da eine Brückenhälfte bis heute nur 35 Jahre unter Belastung stand.
Zur Zeit arbeitet eine Expertengruppe mit der DB Netz daran,  ob sich die Brücke erhalten lässt. Dabei ist  der Befürworter des Erhaltes, Herr Prof. Lorenz  und weitere Gutachter. Eine Entscheidung soll Mitte des Jahres veröffentlicht werden. Das wurde vom Vorsitzenden des Vereins „Viadukt“, Herrn Johannes Rödel auf dem Neujahrsempfang des Vereins bekannt gegeben. Die Chancen dafür haben sich also wesentlich gebessert, weil auch die Stadt von der Prämisse, einen Brückenpfeiler an der Annaberger Straße zu beseitigen, abgegangen war. Die Angaben der Kosten  wurden als unrealistisch angesehen, weil die Sanierungsvariante ebenfalls vom gleichen Büro wie die Neubaulösung ermittelt wurde. Es wurde ein  Kostenvergleich verschiedener Anbieter verlangt.
Für die Brücken Augustusburger Straße, Reichenhainer Straße und Stollberger Straße gibt es aber keine Chance des Erhaltes.

2. Das „Chemnitzer Modell“- Verknüpfung von Straßenbahn und Eisenbahnstrecken
in das Umland

Hier richtet sich die Kritik nicht gegen das Prinzip, weil damit eine Verbesserung des Personenverkehrs in das Umland erwartet wird. Das wurde mit der Pilotstrecke  nach Stollberg seit 2002 bewiesen. Zur Zeit befindet sich die Stufe 2, Bau einer Straßenbahntrasse zum Campus der TU Chemnitz mit Einbindung in das Schienennetz der DB nach Thalheim im Planfeststellungsverfahren. Bis zum 7. April können und müssen Einwände geltend gemacht werden! Die Kritik der Anwohner, Studenten und des Stadtforums richtet sich gegen die geplante Trassenführung auf der Mitte der Reichenhainer Straße, dort wo jetzt noch eine Mittelgangallee mit Platanen vorhanden ist. Es wurden wiederholt Alternativen zur Trassengestaltung vorgelegt, die aber letztlich nicht beachtet werden. Jetzt können unmittelbar Beteiligte ihre Einwände geltend machen. Hier wird vor allem der Verein Stadtbahn e.V. aktiv werden.
Eine weitere Kritik ist die fehlende Anbindung des großen Sportforums, des Friedhofes und des Stadtteiles Reichenhain mit dem 3. Campus der TU. Weiterhin wird die Wirtschaftlichkeit dieser Strecke nach Thalheim bezweifelt. Es gibt keine schriftliche Zusage, dass von Bund und Land die benötigten 250 Mill. € für alle Stufen als Förderung eingehen.

3. Verkehrsberuhigung im Zentrumsbereich und Anbindung des
Reitbahnviertels an das Zentrum

Seit längerer Zeit wird nicht nur vom Stadtforum kritisiert, dass man die Weiterführung des inneren Stadtringes von der Gustav-Freytag-Straße bis zum Dresdner Platz nicht mehr in Erwägung zieht und die Bundesstraße B173 wohl für ewige Zeiten das Stadtzentrum zerteilen soll. Über die sehr breite 6-spurige Bahnhofstraße bewegen sich Fahrzeuge aller Klassen mit Tempo 50 durch die Stadt. Das hat keine Lebensqualität in diesem Bereich !

4. Geplante Bauwerke des Entsorgungsbetriebes Chemnitz an zentraler Stelle

Ganz überraschend hat man Anfang des Jahres Kenntnis erlangt, dass der Entsorgungsbetrieb Chemnitz im Brühlviertel entlang der Mühlenstraße eine riesige Anlage zur Abwasserbeseitigung (Regenüberlaufbecken, Trennbauwerk und Schieberbauwerk) errichten will. Andere Standorte sind angeblich nicht möglich. Das hängt mit dem Mischsystem der Stadt zusammen und den Problemen bei Hochwasser (Fäkalienverunreinigung). Die Vorzugsvariante ist genau dort, wo unlängst der Rahmenentwicklungsplan des Stadtplanungsamt mit dem Büro Prof. Albert Speer eine Blockrandbebebauung erarbeitet hat. Das zeugt von unkoordinierter Arbeit im Rathaus! Wir haben uns von Anfang an für die zwar teurere, aber für die Zukunft bessere Variante an der Brückenstraße ausgesprochen.

Wie zu erfahren ist, hat sich der ESC und die Stadtverwaltung inzwischen für die Variante 2, Bau auf der Brückenstraße, ausgesprochen. Das muss noch vom Stadtrat bestätigt werden. Die Bedenken seitens der Anwohner dort sollten mit Geduld und Sachkunde beantwortet werden.

5. Bebauungspläne in der Innenstadt

Inzwischen ist per Stadtratsbeschluss der Standort für das Technische Rathaus entschieden worden, und zwar im sogenannten „Contiloch“ Ecke Bahnhofstraße/Waisenstraße. Damit wird eine 20 Jahre alte Brache beseitigt. Dafür entsteht im bisherigen Altneubau Annaberger Straße ein riesiger Leerstand. Auch hier wirkt sich die vorbeiführende B 173 nicht vorteilhaft aus. Abgesehen von dem geschilderten Missstand des flutenden Verkehrs auf der Bahnhofstraße wird über die beidseitige Bebauung im Bereich Johannisplatz nach einer Lösung gesucht und nach Investoren. Der Anschluss an den genialen Bau von Erich Mendelsohn ist erforderlich, wenn man nicht in die Hinterhofbebauung mehr sehen will und endlich dort Urbanität herstellen will.

6. Gestaltung Marktplatz und Vorschläge

Was hier langsam zur Komödie ausartet, ist die Suche nach einer guten Gestaltung des Marktplatzes. Da ist offenbar keine Lösung in Sicht, weil zu viele unterschiedliche Vorstellungen kursieren. Das erinnert an die Gedenkstätte Augustusplatz in Leipzig.
Vor 10 Jahren gab es einen Wettbewerbssieger mit einem Tassenbrunnen. Man muss sich über die heutige Funktion eines Marktplatzes klar werden. Zum Handel treiben gibt es andere Flächen, die auch verkehrsmäßig gut angebunden sind. Nur für Ausnahmen wie Weihnachtsmarkt oder historischer Markt sollte dieser Markt noch dienen, dafür ein ansehnlicher Brunnen diesen zieren.

7. Konzeption Tierpark und Vorschläge

Der Stadtrat hat Mittel bewilligt, den Tierpark umzugestalten. Jahrelang wurden Käfige, Tierhäuser und Wegebeziehungen aus Kostengründen vernachlässigt. Die vorgeschlagene Lösung mit neuem Haupteingang stößt auf Kritik. Hier sollte die Meinung der Bürger und Anwohner berücksichtigt werden. Der jetzige Eingang (seit 50 Jahren) am Weg zur Gaststätte „Pelzmühle“, vorbei am Eselgehege und Spielplatz scheint optimal

8. Den ehemaligen Kulturpalast Rabenstein sinnvoll nutzen

Endlich gibt es für den Erhalt des ehemaligen Kulturpalastes (Baujahr 1950 im Stil der Neorenaissance) in Chemnitz-Rabenstein einen Lichblick. Bisher hat der Eigentümer um dessen Abriss gekämpft. Jetzt hat er seine gerichtlichen Schritte zurückgezogen, weil er mit der Stadt einen Bebauungsplan des Grundstücks vereinbart hat. Die Absicht ist geblieben, dieses mit Einfamilienhäusern zu bebauen. Abgesehen davon, dass dies der Gesamtgestaltung widerspricht, wäre eine sinnvolle Nutzung des großen Gebäudes besser. Vorschläge gibt es. Gegenüber ist das Krankenhaus Rabenstein, das dort eine Reha-Einrichtung vor der Tür hätte oder ein Alters-und Pflegeheim.

9. Baumfällungen größten Ausmaßes vor Wohnblöcken Stollberger Straße

Eine 700m lange Pappelallee entlang der Stollberger Straße soll jetzt gefällt werden. Gründe sind angeblich die Standsicherheit und die Gefahr dass Äste abgeworfen werden könnten auf parkende Autos. Die Bürger müssen sich im Klaren sein, dass nach der Abholzung dort kein Lärm- und Staubschutz zur Straße mehr besteht, Lichtblendungen eintreten und die grüne Wand verschwunden ist auf absehbare Zeit. Das Stadtforum findet dabei derzeit Unterstützung durch Baumgutachter und gültige Rechtsurteile.
Der Naturschutz und die Ornithologen werden sich hier ebenfalls einbringen.

Nachwort

Für ein kleines Stadtforum sind das anspruchsvolle Fragen, mit denen sich ja ganze Planungsabteilungen hauptberuflich befassen. Das soll aber zeigen, dass die Bürger ihre Stadt mit Aufmerksamkeit verfolgen und mitgestalten möchten. Dafür wurde der Stadtrat ja auch gewählt.
Das soll aber nicht heißen, dass unser Stadtforum nicht über den Tellerrand hinausschauen kann. Soweit es möglich ist, verfolgen wir die Arbeit der anderen Stadtforen in Mitteldeutschland, aber auch die Planungen in der Berliner Innenstadt (Alexanderplatz) und den fragwürdigen Schloss-Neubau. Auch über die Grenzen hinweg nehmen wir wahr, dass Bürger gegen geplante Supermärkte in Istanbul demonstrieren, weil dort historische Viertel zerstört werden. Auch in China werden solche Viertel rigoros beseitigt. Selbst in New York soll vor 50 Jahren der Abriss des größten Bahnhofes der Welt, der Grand Central Terminal durch Jacky Kennedy verhindert worden sein!
Das gibt uns die Bestätigung weiter zu machen und neue Mitstreiter zu gewinnen.

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Stadt Chemnitz pro Viadukt!

Einen Pluspunkt für den Erhalt des Chemnitz-Viaduktes fügte Baubürgermeisterin Petra Wesseler mit ihrer Aussage auf dem Bürgerforum der Deutschen Bahn zu den Ausbauplänen des s.g. Chemnitzer Bogens im Verlauf der Sachsen-Franken-Magistrale hinzu:

„…Der Erhalt wäre aus Sicht der Stadt Chemnitz wünschenswert.“ Außerdem sei nicht beabsichtigt, die Straßenführung Annaberger Straße im Bereich der Brücke zu erweitern. Mit diesem Argument hat die Bahn die Stadt immer wieder vorgeschoben.

Peinlich und wenig professionell dagegen mutete der Auftritt der Bahn an. Der einzige Experte der Bahn, der auf technische Fragen hätte Auskunft geben können, war ganz unerwartet im Stau irgendwo zwischen Berlin und Chemnitz steckengeblieben. Ihm blieben so die detailierten Fragen aus dem Publikum – beispielsweise von Prof. Lorenz, Leiter des Lehrstuhls für Bautechnikgeschichte und Tragwerkserhaltung an der BTU Cottbus erspart, der extra für diesen Termin nach Chemnitz gekommen war. Er machte auch nochmal auf die weit über sächsische Grenzen reichende baugeschichtliche Bedeutung des Viaduktes aufmerksam.

Die Bahn hatte indes eine Variantenprüfung vorbereitet, zu der neben der Variante Erhalt und der Variante Neubau noch drei Zwitterlösungen angetreten waren, die aber weder als ernsthafte noch vertretbare Lösungen gewertet werden könnten und als vermutliche Alibivarianten hinten runter fielen.

Als Paradoxon fiel sofort auf, dass die Variantenprüfung durch das Büro Krebs & amp; Kiefer erstellt wurde. Wir erinnern uns – das Büro hatte den Wettbewerb für den Neubau der Brücke gewonnen. Ein Schelm, der hier Vorteilsnahme oder Wettbewerbsverzerrung vermutet!

Diese Variantenprüfung versuchte mit einer Grafikübersicht – hinterlegt mit der Tiefgründigkeit einer Grundschularbeit die „Vorzugsvariante“ Neubau nach vorn zu spielen. Dabei korrespondierten beispielsweise bei der Kostenaufstellung Baukosten mit Bau- und Erhaltungskosten und über den Kostenanteil des Abrisses bei Neubau konnte der Verfasser der Variantenprüfung keine Aussage treffen. Ein objektiver Vergleich war jedenfalls nicht gegeben, zumindest nicht ersichtlich.

Eigentum verpflichtet. Auf Nachfrage konnte die Bahn einen explizit mit diesen Aufgaben betrauten Wartungsingenieur präsentieren. Dieser bestätigte die umfängliche Pflege der Brücke – Reperaturen an Entwässerungen etc. seien regelmäßig vorgenommen worden. Regelmäßig hieße dann wohl im Turnus von 30-40 Jahren – denn so alt (und entsprechend defekt) sind die bestehenden Entwässerungen mindestens. Und was die Grünpflege betrifft, so scheinen hier auf der stadtabgewandten Seite Birken angepflanzt worden zu sein. Nein, die Erklärung kommt promt vom Wartungsingenieur: man hatte nur Anweisung, den Wildwuchs auf dem befahrenen Brückenteil zu entfernen.

Negativ muss die geringe Resonanz der Chemnitzer Politik bewertet werden (die Freie Presse hat diese Woche schon einige Bundestags- und Landtagsabgeordnete um ihre Ausreden gebeten). Unterschwellig läßt sich das vermeintliche Desinteresse in der Befürchtung vermuten, dass durch eine Blockade hinsichtlich des Brückenabrisses die Stadt bis in alle Ehwigkeit mit der Abkopplung vom Fernverkehr gestraft wird.

Doch auch hier ließ der Vortrag der Bahn durchblicken, dass die Anbindung an den Fernverkehr offensichtlich überhaupt nicht der primäre Grund für den Streckenausbau darstellt. Vorsorglich hat man schon mal die Lastannahmen und Leistungsmerkmale von durchrauschendem Güterverkehr berechnet und in die Bemessungen einfließen lassen – nur falls mal irgendwann Bedarf…

Dennoch läßt sich aus der Veranstaltung eine Hoffnung mitnehmen, und zwar in Form einer Expertenkommission, die UNABHÄNGIG die Möglichkeiten des Erhalts prüfen und die möglichen entstehenden Kosten richtig einordnen kann und soll. Dieser Kommission soll neben Prof. Geißler, der für die Bahn als Gutachter tätig ist auch Prof. Lorenz angehören, ebenso wie Dr. Rödel vom Verein Viadukt e.V. Die Erkenntnisse sollen in jedem Fall vor Beginn des Planfeststellungsverfahrens gewonnen und bekannt gegeben werden.

Sollte die Vorzugsvariante der Bahn weiterhin Neubau der Brücke lauten, kündigte Baubürgermeisterin Petra Wesseler schon mal eine weitere Bürgerrunde an.

Noch eine Sache zur Unterstützung der Akteure um den Brückenerhalt – 100% der anwesenden Bürger haben sich für das historische Viadukt ausgesprochen. Nach der Veranstaltung haben einige sogar ihre Bereitschaft erklärt, sich bei negativem Ausgang an der Brücke festzuketten.

Im Vorfeld hatten Unbekannte ein Transparent mit der Aufschrift „Industriedenkmal“ an der Brücke angebracht. Diese unverfängliche Botschaft hat die Bahn lieber schnell wieder entfernen lassen – das spricht auch für sich.

Viadukt

Festzuhalten ist – und das hat auch die Deutsche Bahn eingeräumt – das Viadukt ist ein Denkmal und es läßt sich unter allen Nutzungsanforderungen mit noch zu definierenden Ertüchtigungsmaßnahmen erhalten.

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Unterstützung für Viadukt durch Experten

Viadukt von Süden

P1170943Fotos: Gert Rehn

Am 1. November haben Mitglieder der Gesellschaft für Bautechnikgeschichte auch unser Chemnitzer Viadukt besucht und Fragen interessierter Bürger beantwortet. Diese waren ziemlich zahlreich erschienen, aber leider nur eine gewählte Abgeordnete, Petra Zais als Stadträtin und Landtagsabgeodnete. Professor Werner Lorenz vom Lehrstuhl für Bautechnikgeschichte der TU Cottbus erläuterte, dass die DB Netz die vorhandenen Gutachten offen legen solle. Die Informationspolitik der Bahn stand ein weiteres Mal in der Kritik. Unabhängig davon ist es wesentlich, so führte er aus, wie die Gutachten interpretiert werden. Wo ein städtebaulich-politischer Wille da ist, ein solches einmaliges Bauwerk zu erhalten, lassen sich auch Lösungen dafür finden. Die unsinnigen Ausgangsziele der Bahn, dort mit 140 bzw. 160km/h im Gleisbogen fahren zu wollen zwischen mehreren kleinen Bahnhöfen müssen hinterfragt werden. Herr Dr. Rödel als Vorsitzender des neuen Vereins „Viadukt e.V.i.G.“ führte aus, dass die Bahn bei dem Termin etwa fünf Varianten zum Brückenbau vorstellen will. Eine wesentliche Variante des Stadtforums war die eingleisige Trassenführung auf je einer Brücke. Das Viadukt besteht nämlich aus zwei unabhängigen Brückenteilen. Damit wäre die Belastung halbiert. Wir rufen aber alle Interessierte auf, am 27. 11. um 17Uhr in die Annenschule zu kommen, wo Bahn und Stadt ihre Pläne vorstellen wollen. Eine Petition mit 7000 Unterschriften ist wertvoll, aber das Ziel muss weiter verfolgt werden: der Erhalt der Brücke.

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Keine koordinierte Planung im Rathaus…

…mindestens im folgenden Skandal:

Während in der freien Wirtschaft eine unkoordinierte Planung für ein Produkt eine Firma in den Ruin treiben kann, ist das in einem Rathaus nicht möglich. Es wird weiter gewurstelt.
Zum Sachverhalt: am 12. September erfuhr man in der „Freien Presse“ erstmals von einer Planung des städtischen Entsorgungsbetriebes für riesige Becken entlang der Mühlenstraße, obwohl unlängst eine Rahmenplan-Studie für diesen Bereich mit Albert Speer&Partner voller Euphorie erarbeitet wurde.
Das Stichwort „KARREEBEBAUUNG“ und Abriss der DDR-Wohnungsbauten waren wichtige Ziele. Inzwischen wurde auch schon ein großer Block vernichtet. Die Karreebebauung der Gründerzeithäuser an der Mühlenstraße gegenüber war der Stadt vor 10 Jahren den Abriss einer geschlossenen Zeile wert.

Aber nun zum Thema: man erfährt, dass das Regenüberlaufbecken RÜB RU2, das Trennbauwerk und das Drosselbauwerk von der Schwimmhalle bis zur Unteren Aktienstraße keine Hochbauten und keine Grünanlagen mehr zulassen für die fernere Zukunft! In der Ratsvorlage des Dezernates 3/ESC Nr. I-042/2014, unterschrieben von Herrn Runkel wird gesagt, dass diese Standorte bereits seit 2003 im Abwasserbeseitigungskonzept (ABK)verankert sind. Wem sind sie aber bekannt gewesen? Etwa dem Dezernat 6 mit Frau Wesseler an der Spitze? Offenbar nicht, denn dann hätte die Stadtplanung die Rahmenplanung für diesen Bereich nicht in der Form fertigstellen können oder dürfen.

Man muss doch das Anliegen der Stadt und Frau OB Ludwig an der Spitze begrüßen, den Brühl endlich wieder mit Leben zu erwecken durch eine attraktive Gestaltung und entsprechendes Umfeld. Spätestens dann, als erste Ergebnisse der Plandiskussionen mit Speer in der Presse erschienen, hätte sofort Herr Runkel eingreifen müssen und seine Ansprüche dort geltend machen müssen. Im Gegenteil, im letzten Auftritt in der „Drehscheibe Chemnitz“ sagte er aus, dass man von einem Architekten erwarten muss, alle Bedingungen zu erforschen, die am Standort möglich sind. Das ist eine Ausrede! Gäste zeigt man die Bedingungen dieser Stadt und dann erwartet man neue Ideen.
Wie oben angedeutet, hätte so ein unkoordiniertes Arbeiten in einem Betrieb mindestens zu einer Abmahnung geführt, wenn nicht zu einer Entlassung.
Was ist zu tun?
Der alternative Standort am Stumpf Brückenstraße ist um 2 Mill. teurer. dafür kann aber die Bebauung entlang der Mühlenstraße vermieden werden. Die Bäume könnten stehen bleiben und eine gute weitere städtebauliche Entwicklung erfolgen. Dafür sollten sich die Stadträte entscheiden. im Moment hat die Frau OB einen Planungsstopp verfügt.

Wir wollen nicht unbedingt verallgemeinern, aber man muss fragen, was erwartet uns noch für die Zukunft an Überraschungen, weil nicht alle Aspekte bedacht wurden?
Wir sind keine Bedenkenträger, aber oft bewahrheiten sich unsere Voraussagen. Wir haben hier weitere Themen zum Innenstadtring, zur Reichenhainer Straße und der Abholzung der Mittelallee für eine nicht auslastbare Straßenbahn sowie der mangelnden Unterstützung zum Erhalt der sanierbaren Bahnviadukte. Wir erwarten vom neuen Stadtrat, dass er die genannten Vorhaben unter die Lupe nimmt und hinterfragt.
Warum hat man diese Granate hier in den neu gewählten Stadtrat geworfen? Weil so viele neue Räte sich erst orientieren müssen und besser still halten? das wird nicht der Fall sein, denn wir sind eben von den Räten über diesen Skandal informiert worden.
Behalten wir die Entwicklung im Auge!

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Workshop: Als Fußgänger im Zentrum

P1170063

Schon früher hat sich das Stadtforum mit dem Erlebnis der Innenstadt aus Sicht des Fußgängers beschäftigt. Diesmal führte die Route von der Jägerstraße am Contiloch vorbei über den Stefan-Heym-Platz, ein Stück Brückenstraße und entlang des jetzigen Hotels(Rawemahaus) am Roten Turm vorbei hinter C&A zur Inneren Klosterstraße, von dort zur Zentralhaltestelle zum Tietz und zurück zur Jägerstraße. Man muss immer auch fragen, wer ist hier der Fußgänger: Jemand der Zeit hat und gemächlich durch die Innenstadt schlendert oder jemand der nur zum Einkauf und wieder nach Hause möchte. Ist es ein Gast der Stadt oder ein eiliger Bürger, der schnell wieder zum Auto in die Tiefgarage will, weil die Parkuhr läuft. Ist es Jemand, der sich für die Bauten sehr interessiert, diese wahr nimmt oder jemand, der auf einer Bank dem Treiben zusehen möchte. Eines ist allen gemeinsam: dass sie ihr Ziel fußläufig erreichen wollen oder müssen. Wir können es bedauern, dass wir kein Zentrum haben wie Freiberg, Pirna oder Weimar. Das moderne Bauen hat aber auch gute Lösungen hervorgebracht. Kaum ein Bauwerk ist hier älter als 100 Jahre und der Ring um das Zentrum wurde zu DDR-Zeiten nach schwerer Kriegszerstörung festgelegt. Ein Straßenring mit breiten Fahrbahnen, wobei zwei, die B 173 und die B 174 das Zentrum tangieren.
Unsere Runde führte von der sehr ruhigen, zu ruhigen Jägerstraße zur lautesten Kreuzung am Stefan-Heym-Platz. Hier fühlt man sich verlassen und hat einen weiten Blick und Weg über die Ampelstege vor sich. Vor dem Archäologiemuseum auch Unruhe und Straßenlärm. Wohltuend empfanden wir die Zone vor dem umgebauten Rawema-Haus. Das hat urbanes Flair. Auch der Blick zum Johannesplatz. Aber schon an den RückseitenP1170074 der Kaufhäuser Rote-Turm-Galerie und C&A und später auch Kaufhof entlang zu gehen ist ein langweiliger Akt. Dagegen wirkt die Innere Klosterstraße mit den Bauten der fünfziger Jahre und den Neubauten mit Arkaden freundlich. Der Markt war an diesem Tag nicht voll belegt und das war wohltuend. Man sollte den Verkauf dort reduzieren. Der Markt
ist das Herz der Stadt und soll nicht jeden Tag überfrachtet sein von Ständen, Autos und anderem. Der Marktlärm selbst ist auch nicht ohne. Ein würdiger Brunnen ist seit langem angedacht, aber der Stadtrat muss nun endlich Nägel mit Köpfen machen. Über die Zentralhaltestelle können nur die urteilen, die täglich dort umsteigen müssen und auf den ÖPNV angewiesen sind. Das wollen wir uns nicht anmaßen. Jedenfalls wird die Verdichtung durch die VMS-Bahnen noch neue Probleme bringen. Das Erlebnis, über die Bundesstraße 173 zum Tietz zu müssen, empfinden wir als Zumutung, ja als Gefahr für das Leben der Bürger.P1170065 Hier muss alternativ gedacht werden, wenn es auch manchen Autofahrer ärgern wird. Von der Annaberger bis zur Zschopauer sollte eine Verkehrsberuhigung erfolgen durch eine Umfahrung bis einmal der innere Stadtring fertig gebaut ist. Das ist ein Hauptthema, das gesondert zu behandeln ist.
Die folgende Aussage kann nicht akzeptiert werden und da haben die Bürger mitzureden: Das letzte Stück von der Augustusburger- zur Rembrandtstraße steht übrigens ganz vor dem Aus. Gregorzyk zu BILD(9.7.2013): „Wir prüfen zurzeit das Verkehrsaufkommen, ob der Lückenschluss überhaupt noch Sinn macht.“Innenstadtring Chemnitz, Bestand und Planung; Quelle Freie Presse 12.9.2013

Innenstadtring Chemnitz, Bestand und Planung; Quelle Freie Presse 12.9.2013

Unser Weg führte uns über den riesigen Parkplatz vor der Johanneskirche. Was ist da angedacht? Das Stück Augustusburger Straße entlang der erhöhten und versteckten Geschäfte ist auch kein urbanes Erlebnis. Die Jägerstraße im oberen Teil ist derzeit umständlich zu erreichen, für Behinderte ist der Aufzug der Treppe defekt. Diese Zone und Wohnbebauung aus DDR-Zeiten mit Geschäften sollte unbedingt erhalten bleiben.

Fazit unserer Überlegungen zwischenzeitlich:
Die Bundesstraße 173 muss ab Reichsstraße bis Dresdner Brücke herausgenommen werden, der Innenstadtring ist als sehr wichtig einzustufen und baldigst herzustellen. Die Aussage kann nicht akzeptiert werden und da haben die Bürger mitzureden: Das letzte Stück von der Augustusburger- zur Rembrandtstraße steht übrigens ganz vor dem Aus. Gregorzyk zu BILD(9.7.2013): „Wir prüfen zurzeit das Verkehrsaufkommen, ob der Lückenschluss überhaupt noch Sinn macht.“ (!)
Die Bahnhofsstraße zwischen Annaberger und Zschopauer ist im Bereich Sparkasse als Fußgängerbereich auszubilden mit Fahrspuren für ÖPNV, Anlieger, Radfahrer. Die Vision der Erweiterung des Zentrums Richtung Reitbahnviertel soll verwirklicht werden-damit kann die „rote Linie“ um das Zentrum weiter werden, einer Großstadt gemäßer.Die Verbindung vom Stadthallenpark zum Brühl/Theaterplatz ist transparenter herzustellen. Die Passage in den Kunstsammlungen sollte wieder geöffnet werden, denn das war der Architekturgedanke gewesen. Das wird im nächsten Workshop untersucht. Weitere Fußgängerbeziehungen Richtung Brühl sind zu entwickeln.
Es sollten wieder mehr freie Parkplätze eingerichtet werden, weil die vielen Parkhäuser und -plätze das Zentrum unattraktiv machen. Das ist auch geschäftsschädigend, denn die Besucher des Zentrums werden ständig mit Parkgebühren belastet. Auch die vielen Angestellten und Bewohner mit ihren Gästen werden davon betroffen.

Unsere Workshops gehen weiter. Thema wird die Anbindung Brühl-Theaterplatz-Zentrum sein.

Fotos: © Stadtforum Chemnitz

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„Verstärkte Bemühungen“

Jetzt haben wir es amtlich: „…ehemals sichere Abrisskandidaten erfahren verstärkte Bemühungen zu ihrem Erhalt.“ So verkündete es Frau Baubürgermeisterin Wesseler in der „Freien Presse“. Großvermieter oder Privateigentümer wenden sich Gründerzeithäusern und anderen Altbauten zu. Diese „verstärkten Bemühungen“ zeigt die kleine Gruppe des Stadtforums allerdings schon seit fast 10 Jahren auf und wurde dafür oft ausgelacht. Proteste gegen den Abriss stadtbildprägender Bauten liefen ins Leere. Abrissgutachten für den bekannten kommunalen Großvermieter stellten Freibriefe für Kahlschläge an markanten Stellen dar. Wie das Stadtbild dadurch verletzt wurde ist bekannt und noch schmerzlich sichtbar. Der „Problembereich“ Leipziger Straße 101 bis 110 sowie die gegenüber liegende Bebauung waren solche Abrisskandidaten. Als der Abriss auf der einen Seite dort erfolgt war, begann das Dilemma mit den Eigentümern in der zweiten Reihe. Es wurde ein Wettbewerb fu?r die Häuser 101 bis 107 unter Vorgaben der Stadt durchgeführt, die abgerissenen Häuser mit künstlerisch gestalteten (!) Wänden zu versehen. Das Stadtforum war auch beteiligt und hat eine vernünftige Lösung dargelegt, mit wohldurchdachter Nutzung der Räume. Die Häuser sollten traditionell saniert und mit Schallschutzfenstern versehen werden. Diese Vorschläge fanden keine Resonanz. Um so mehr freut es uns, dass gerade dort ein mutiger Investor das erste Gebäude, das Haus 101 saniert hat und dies voll vermietet ist. Allerdings geht der stadtplanerische Unsinn weiter. Häuser werden aufgekauft um sie abzureißen (Hartmannstraße, Blankenauer Straße). An der Mühlenstraße strebt man eine Karreebebauung an und reißt Häuser ab die 40 Jahre alt sind. Auch durch den Abriss von Hochhäusern verschwinden zentrumsnahe Kleinwohnungen. Positiv, dass endlich ein Umdenken einsetzt. Man darf nicht vergessen, dass die Bemühungen von privaten Immobilienmaklern, Architekten und eben auch dem Stadtforum dieses Umdenken mit zu verdanken ist.

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Offener Brief zum Erhalt des Eisenbahnviaduktes Annaberger Str./Beckerstr.

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Ludwig,
Sehr geehrte Stadträte,
Sehr geehrte Stadtverwaltung und Fachämter der Stadt Chemnitz

Historisches Eisenbahnviadukt Annaberger Straße in Chemnitz vom Abriss bedroht

Im Zuge des Deutsche Bahn Ausbauprojektes Sachsen-Franken-Magistrale sollen mehrere Brücken im Chemnitzer Stadtbereich abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden. Darüber ist mehrfach in der Öffentlichkeit berichtet und auch diskutiert worden, u.a. in der Informationsveranstaltung der Deutschen Bahn am 25. Februar 2014 in Chemnitz, in der deutlich sachliche Einwendungen zum Abriss vorgetragen wurden.

Das Eisenbahnviadukt Beckerstraße, Chemnitzfluss, Annaberger Straße, das sogenannten Chemnitztalviadukt, ist eine filigrane Stahl-Nietenbrücke aus dem Jahre 1909, die frühzeitig denkmalgeschützt worden ist. Dieses Eisenbahnviadukt überliefert eine Großleistung der Ingenieurbaukunst Ihrer Vorgänger und ist gerade für die kulturhistorische Vergangenheit der Stadt Chemnitz, dem „Sächsischen Manchester“ als eine der bedeutendsten deutschen Industriestädte vom 18. zum 19. Jh. von enormer Bedeutung und Wichtigkeit.

Dagegen richten sich nun die Pläne der Deutschen Bahn, die den Ersatz durch eine Stahlverbundkonstruktion bevorzugen, um den kompletten Ausbaustandard mit einer vollen Belastungsauslegung und maximaler Geschwindigkeit von 160km/h zu entsprechen. Als Gründe werden unter anderem angeblich Materialermüdungen in der Stahlkonstruktion angeführt.

Wie Sie sicherlich mehrfach aus der örtlichen Presse erfahren haben, beteiligen sich mittlerweile im Diskurs zu den Abrissplänen in Praxis und Forschung überregional tätige Fachleute und Experten aus der Materialtechnologie und Stahlbrückenbau, die dies fachlich widerlegen, mindestens jedoch anzweifeln.

Weiterhin ist zu untersuchen, ob die geplanten Ausbaustandards eine angemessene Bewertungsgrundlage für den Chemnitzer Gleisbogenabschnitt darstellen, da die Gleisführung verkehrstechnisch zudem in innerstädtischer Lage keine Maximalauslegung erreichen wird.

Nach der Übergabe von 9.000 Unterschriften für den Erhalt des Eisenbahnviaduktes im vergangenen Jahr an die Stadt Chemnitz wollen wir als professionell tätige Planer im Bauwesen eine verantwortungsbewusste Haltung im Umgang mit historisch bedeutenden Bauwerken in Sachsen bekunden und hoffen, Ihre Aufmerksamkeit zu finden.

Die Unterzeichner empfehlen, dass

1. ein sachlicher und fairer Austausch zu allen Planungsvarianten stattfindet;
2. schon vor einem Planfeststellungsverfahren die öffentliche Einsichtnahme in die Bauzustandsgutachten ermöglicht wird;
3. Bedenken und Stellungnahmen externer Fachleute angehört und fachlich geprüft werden.
4. die Beantragung von den Fördermitteln für den Ausbau in dem Chemnitzer Teilstück offen gelegt wird, um objektive Kostenvergleiche zu gewährleisten
5. eine bewusste Bewertung des kulturhistorischen Wertes der Eisenbahnbrücke als städtisches Industriebaudenkmal im Sinne einer Nachhaltigkeitsprüfung

Wir halten es für bedauernswert, ein frühzeitig denkmalgeschütztes Kulturgut ohne Offenlegung von Entscheidungsgrundlagen und gutachterlicher Untersuchungen, ohne Beteiligung der Öffentlichkeit an der Abwägung des historisch und städtebaulichem Werts aufzugeben und legen Ihnen dringlichst die Auseinandersetzung mit der Aufgabenstellung Ausbau Sachsen-Franken-Magistrale im städtischen Kerngebiet nahe.

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Die Zukunft des Sportforums

Wie neulich in der Freien Presse zu lesen und nochmals im Amtsblatt beweihräuchernd wiedergegeben, ist der Stadt Chemnitz ein neuerlicher Clou dilettantischer Stadtplanung gelungen! Man plant, das Sportforum in Angriff zu nehmen. Dazu soll sich neben der Kommune auch das Land beteiligen. Sollte jetzt vielleicht bei dem einen oder anderen die Hoffnung keimen, hier wird zukünftig wieder an wunderbare Tradition Chemnitzer Sportgeschichte angeknüpft – er wird enttäuscht.

Man möchte zwar die Leistungszentren der einzelnen Sportarten stabilisieren, das ist aber weniger relevant für eine breite Öffentlichkeit denn für interne Qualität. Viel entscheidender ist, das Hauptstadion, einst Austragungsort von Fußball-Länderspielen oder internationalen Leichtathletik-Meetings soll platt gemacht werden. Dazu fällt als erstes der Turm des Marathontores, es folgen die Zuschauertraversen. Die legendäre Radrennbahn wird gerade mal für Trainingszwecke saniert. Nachdem die Stadt jahrelang dem Verfall des Sportforums tatenlos zugesehen hat, werden nun die Reste zusammengeschoben und weggekehrt. Und dazu fordert man auch noch das Land auf, sich finanziell zu beteiligen. Das ganze wird dann der Öffentlichkeit auch noch als „neues Konzept der Stadt für das Sportforum“ vorgestellt.

An anderer Stelle werden Millionen für ein neues, sicher wichtiges Fußballstadion investiert, das in seiner Funktionalität gerade mal einen Nachmittag alle zwei Wochen genutzt wird.

In diesem Zusammenhang hätte sich doch – mit etwas Weitblick – sicher eine gemeinsame Zukunft für beide Funktionen an der Reichenhainer Straße finden lassen. Eine bis dato fragwürdige Bahnlinie des Chemnitzer Modells für diese Strecke würde dann auch mit etwas mehr Sinn hinterlegt werden.

Und so verschwindet ein weiteres Stück Identität aus der Stadt…

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Kritik an Abrissplänen Viadukt

Die Zeitschrift DIE WELT befaßt sich am 21. März mit dem Chemnitzer Eisenbahnviadukt und den Abrissplänen der Bahn:

Viadukt – DIE WELT

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Eisenbahnviadukt – Alternativvorschlag

Das Stadtforum hat sich im Nachgang an die Veranstaltung zum Eisenbahnviadukt Beckerstraße?Chemnitzfluss?Annaberger Straße in der Annenschule nochmals zusammengefunden und Gedanken zu den vorgebrachten Argumenten ausgetauscht.
Diese möchten wir hiermit gern kundtun.
Es wurde auf der o.g. Veranstaltung ein Vorschlag unterbreitet, der den partiellen Erhalt – genauer den Erhalt der äußeren Seitenbauteile und eine dazwischen verlaufende Neubaukonstruktion aus Stahlbeton zum Inhalt hatte. Dieser Vorschlag wurde von den Vertretern der Bahn als zu
überprüfende Variante mitgenommen, ebenso wurde dieser Vorschlag von den Medien in der Folge als Strohhalm zum Erhalt aufgegriffen.
Nach unserer Auffassung ist dieser Vorschlag nicht ausführbar, mindestens nicht im Sinne eines sensiblen Umgangs mit einem zu erhaltenden Kulturdenkmal. Das begründet sich wie folgt:
Zum ersten und für unser Verständnis wichtigsten Punkt, dem Erscheinungsbild: Durch die Liquidierung der gesamten inneren Konstruktion würde sich die Ästhetik des Fachwerkes auflösen, die filigrane Erscheinung ginge verloren. Dabei ist die Untersicht des Viaduktes besonders beeindruckend. Letztendlich bliebe eine neue Betonkonstruktion übrig, deren Seitenansicht durch die Außenbauteile der historischen Brücke etwas kaschiert würde, das Erscheinungsbild würde „aufgeklebt“ anmuten. Weiterhin würde diese Mischbauweise nicht den gewünschten Effekt der
Durchgangsverbreiterung Annaberger Straße / Chemnitzfluss erzielen – es sei denn, eine weitere Krücke würde eingebaut, nämlich der Wegfall des Mittelpfeilers.
Ein zweiter wichtiger Punkt ist die technische Machbarkeit. Der Aufwand – den gesamten Mittelteil aus der Verbundkonstruktion der Nietenbrücke zu lösen erscheint enorm und im Sinne der Sache unverhältnismäßig. Dies wird bei Betrachtung von der Gründung bis zum Verbund der Fahrbahnebene deutlich. Zudem erfordert der in dem Vorschlag verbliebene historische Teil eine ebenso aufwändige Sanierung der Beschichtung und der tragenden Bauteile wie die Gesamtbrücke bei Kompletterhalt.
Was diese Variante letztendlich für die Baukosten bedeutet, ist absehbar. Nach unserer Meinung dient dieser Vorschlag gerade als Alibi, um Abrissgegnern letztendlich eine von der Bahn geprüfte, aber final abzulehnende Alternative vorzeigen zu können.
Wir würden gern einen weiteren Alternativvorschlag unterbreiten, der ggf. alle Beteiligten befriedigen könnte: Erhalt des kompletten Brückenbauwerkes und entsprechende Sanierung bei Verlagerung der beiden Richtungsfahrgleise auf jeweils eine der beiden parallelen Einzelbrücken mit mittiger Stromführung (jetzt zwei Gleise auf einem Brückenteil und Stromversorgung auf dem anderen Brückenteil). Dies führt im Wesentlichen zur Belastungsminderung der Gesamtkonstruktion im Vergleich zum Ist?Zustand und würde trotzdem die verkehrstechnischen Parameter im Kontext Baudenkmal nach unserem Dafürhalten erfüllen.
Wir fordern weiterhin die Offenlegung der Bestandsgutachten aus dem Wettbewerb vor dem Planfeststellungsverfahren. Ebenso sollten die fördertechnischen Rahmenbedingungen offengelegt werden.
Wir als Stadtforum würden uns im weiteren Prozess ein stärkeres Engagement der Stadt für dieses im Zusammenhang mit der Industriegeschichte von Chemnitz bedeutende Bauwerk wünschen.
Außerdem sollte generell auch über die weiteren im Verlauf der Eisenbahnstrecke auf Stadtgebiet befindlichen Brücken nachgedacht werden. Auch hier scheint der Abriss sicherlich vermeidbar.

bild_5_Michael_Backhaus, ChemnitzFoto: Michael Backhaus

 

P1170098Foto: Gert Rehn

Die Eisenbahnüberführung Bernhardstraße als genietete Brücke wurde beispielhaft saniert, so wie wir es von der DB Netz für das Viadukt auch erwarten.

 

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Viadukt- Infoveranstaltung am 14.2. um 17 Uhr Annenschule

Über die Presse erfährt man, dass die Deutsche Bahn, die Stadtverwaltung und Ingenieurbüros über die geplanten Maßnahmen an der Bahnstrecke ab Km 80,5-km 83,3 der Bahnstrecke Dresden-Werdau zu der Veranstaltung informieren wollen. Das ist etwa der Bereich vom Dresdner Platz bis zum Walkgraben. Eine Menge an EÜ (Eisenbahnüberführungen) und Stützmauern sind zu erneuern.

Darunter eben auch denkmalgeschützte Bahnbrücken, welche die Kriege überstanden haben und die DDR-Zeit. Es ist gar keine Frage, wenn etwas wirklich verschlissen ist, dann kann es nicht erhalten werden. Wenn aber das namhafte Ingenieurbüro GMG Dresden auf seiner Referenzliste zu der Aussage kommt, dass die Brückenbögen des Viaduktes Annaberger Str. stabil sind und die Gerberträger ausgetauscht oder ertüchtigt werden können, dann ist der Abriss nicht einzusehen! Gleiches gilt auch für die wertvollen Brücken Reichenhainer Straße.
Auch erfahrene Stahlbaubetriebe, welche die große Brücke in Rendsburg und die U2 Brücken in Berlin sanierten, halten die Sanierung für möglich. Spezialisten waren bereits hier.

Zur Zeit führt die Bahn-Projektbau die Umweltveträglichkeitsprüfung im Scopingverfahren durch. Aus der Beteiligungsliste kann man erfahren, wer dazu Stellung nehmen darf: zwei Anglerverbände(!), die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald(!), der Landesjagdverband(!), Landesverein Sächsischer Heimatschutz und die Verwaltung der Stadt und Landesdirektion neben weiteren Beteiligten. Es fehlen die Vereine, die gerade für die Chemnitzer Geschichte viel tun, auch das Industriemuseum. Bürgerinitiativen, welche für den Erhalt der Brücken eintreten, werden erst gar nicht beteiligt, deren Stimmen zählen nicht.

Im Podium werden sitzen Herr Fröhlich (DB Netz AG) als Bauherr, Herr Buchmann (DB Projektbau), Herr Prof. Geißler (GMG), Herr Dietz (Wettbewerbssieger), Frau Bürgermeister Wesseler und Herr Gregorczyk, Tiefbauamtsleiter.
Keiner von den Herrschaften stammt aus Chemnitz (außer Herr Gregorczyk) und hat zu diesen Bauten eine emotionale Bindung.

Wer dorthin geht, sollte aber auch alle möglichen fachlichen Argumente überdenken und sich vorbereiten.
Natürlich werden auch Chemnitzer die vorgesehenen Maßnahmen ohne Abstriche unterstützen.

Entsprechend unserem Statut treten wir aber für den Erhalt wertvoller alter Bausubstanz dann ein, wenn sich diese ertüchtigen lässt für eine längere Zeit.
Auch weitere Initiativen haben sich gegen den Abriss eingebracht.

Erhaltet diese Chemnitzer Wahrzeichen-erhaltet die Identität der Stadt-schon zu viel wurde zerstört!

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Zum Artikel der Freien Presse vom „Denkmalschutz fordert Erhalt maroder Häuser in Kappel“ 23.11.2013

Was ist eigentlich „marode“? Das ist für mich auch eine Gesellschaft, die ihre Vergangenheit mit der Abrissbirne behandelt.
Die Häuser Reitzstraße 2 und 4 gehörten zu den ersten „Neubauten“ in Chemnitz nach dem Krieg.
Dass diese Häuser nicht dem „modernen“ Industriestandard entsprechen, dürfte unstrittig sein.
Doch funktioniert haben diese Häuser und marode sind sie erst geworden, nachdem sie von der ruhmreichen GGG vernachlässigt wurden. Doch es gibt wesentlich schlechtere Gebäudezustände, die saniert wurden und werden.
Und es gab nicht nur eine Unterschriftensammlung, sondern auch eine Gruppe von Bürgen dieser Stadt, die den gesamten Komplex von 6 Häusern von der GGG kaufen wollten. Auch für die Reitzstraße 4 gab es einen Kaufinteressenten und mehrere Mietinteressenten. Es gab Entwürfe einer Architektin. Es gab Gespräche bei der Ober-, Bau- und Sozialbürgermeisterin ( es ging auch um Wohnungen für Allergiker und MCS – Kranke ). Dort gab es zwar löbliche Worte, jedoch nur Unterstützung von den Selbstnutzern aus Leipzig. Alles hätte sich weiter entwickeln können. Es wäre möglich gewesen, diesen Komplex mit viel Grünfläche für kinderreiche Familien und ältere Herrschaften zu nutzen. Es gab eine Anfrage einer Tagesmutti, die Räume in der Reitzstraße 2 haben wollte. Und es gab sogar schon eine Zusage der GGG an die Gruppe. Es gab … gab schon vieles. Doch dann hielt es die ruhmreiche GGG nicht einmal für nötig, der Gruppe mitzuteilen, dass an die WCW verkauft wird.
Offensichtlich sind in Chemnitz Initiativen von Bürgern nicht gewollt, es sei denn, sie werden politisch von heute zugelassenen Funktionären korrekt gesteuert.
Die WCW hat gewusst, dass die Häuser unter Denkmalschutz stehen. Das Bild der Bautafel verriet jedoch nicht, wie groß der neue Komplex neben den denkmalgeschützten Häusern werden sollte und nun mittlerweile ist. Die frühere Wohnanlage hat sich der Umgebungsbebauung in Richtung Esche-Villa viel besser angepasst als diese Massivbebauung.

Neue Wohnanlage der WCW an der Johannes Reitz-Straße

Neue Wohnanlage der WCW an der Johannes Reitz-Straße

Lösungen gibt es immer, auch für die nun stiefmütterlich wirkenden Häuser Reitzstraße 2 und 4. Man muss nicht nach Industrienorm sanieren, damit es richtig teuer wird und dann die Kostenumlagen und Betriebskosten die Einkünfte der Bürger auffressen. Man muss nur vernünftig und vielleicht auch mal bescheiden bauen und dann hat so mancher Mieter wirklich etwas davon. Doch das muss man wollen und heutzutage auch wagen.
Ach ja. Es soll eine Generationenwohnanlage sein. Ich bin gespannt wo und wie groß der Spielplatz sein wird.

Michael Aurich

Kommentar SF :
Ohne Engagement der Initiative wären diese beiden Häuser auch schon verschwunden, es stellt also einen Teilerfolg dar, der immer noch umgesetzt werden kann. So wie es in den Artikeln ab 2009 angedacht war.
Siehe unter Schlagwort „Reitzstraße weitere drei Beiträge ab 2009)

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Schallschutz an der Zschopauer Straße – „Ein Verbrechen an der Menschlichkeit“

Es ist kaum vorstellbar, was den Anwohnern der Zschopauer Straße im Bereich unmittelbar nach Einmündung des Südringes von Planern und Genehmigungsbehörden angetan wird. Die Aussage eines Anwohners bringt es treffend auf den Punkt – „ein Verbrechen an der Menschlichkeit“. Welcher stadt- und verkehrsplanerische Aspekt kann und soll diesen himmelschreienden Unsinn rechtfertigen?!
Welchen Anspruch haben sich die Planer auf die Fahnen geschrieben – etwa die größtmögliche Diskriminierung der Anwohner in Beton zu errichten?
Und welche Genehmigungsbehörde kann hier ohne schlechtes Gewissen zustimmen?
Seitens der Stadt zieht man sich auf die üblichen Aussagen zum Planverfahren zurück – es habe ja keine Einsprüche von Bürgern gegeben. Mal ehrlich – welcher „normale“ Bürger durchschaut die Auslagen fachspezifischer Planunterlagen in denen gerade solche Dinge wie Schall- und Immissionsschutz geschönt dargestellt werden. Doch diese Art „Bürgerbeteiligung“ ist ja mittlerweile schon legendär für Chemnitz.
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Für dieses „Bauwerk“ sollten sich die beteiligten Planer schämen. Ob die noch als Alibi vorgesehenen Bepflanzungen etwas kaschieren können ist mehr als fraglich.
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…und später sollen mal „Baumkronen von straßenseitig begleitenden Bäumen über die Schallschutzwand wachsen“ – eine wirklich herausragende planerische Idee! apropos Bäume – da war doch was in Chemnitz…
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Viadukt Annaberger Straße/ Ecke Beckerstraße

Wir möchten Sie recht herzlich zu unserer zweiten Veranstaltung am
20.10.2013 um 15.00 Uhr in die Agricolastraße 25 in die Ausstellung VIADUKT einladen.
Abriss oder Ertüchtigung?
Unter dem Thema Auseinandersetzung mit historischen Eisenkonstruktionen berichtet Dr. Fischer über die Grundinstandsetzung des Viadukts der Hochbahnlinie U2 in Berlin – Prenzlauer Berg.
Dr. Michael Fischer ist Mitbegründer des Ingenieurbüros Lorenz und Co. Bauingenieure.
Unter Federführung dieses Ingenieurteams wurde von 1999 bis 2010 die Untersuchung, Bewertung und Ertüchtigung des 1,7km langen Viaduktes der Hochbahnlinie U2 in Berlin Prenzlauer Berg verwirklicht.
Denkmalschutz als Ingenieuraufgabe tritt uns hier als faszinierende Maxime des Handelns der Beteiligten an diesem Werk entgegen.
Den Denkmalwert auch des Tragwerkes, heißt – die ursprünglichen ingenieurtechnischen Ideen und Lösungen anzuerkennen, führte zu gezielten Weiterentwicklungen der vorhandenen Elemente.
Professor Lorenz weist in einem Editorial in einem Themenheft der Ingenieurzeitschrift Stahlbau; Juni 2011: „Stahlbau unter Denkmalschutz“ auf den Grundsatz seiner Herangehensweise hin:
„… es geht nicht darum, am Ende einer planerischen Entscheidungskette auch irgendwie noch dem Denkmalschutz Genüge zu tun…“
Dies verweist direkt auf das Thema des Vortrages von Dr. Sebastian Storz und seine Arbeit in den letzten Jahren.
Vermittlung von Wissen über Stadtgeschichte und Verwirklichung von Denkmalschutz jenseits von Alibimaßnahmen! Ohne Wissen von den Wurzeln, von der eigenen Stadtgeschichte keine Identifikation mit dem Gemeinwohl!
Wir freuen uns auf interessante Vorträge engagierter Wissenschaftler und erhoffen uns Impulse, die Deutsche Bahn von der Notwendigkeit der Neubewertung des VIADUKTES bezüglich der Ertüchtigungsmöglichkeit zu überzeugen.

Noch bis zum 22.10.2013 kann hier die Petition gegen den Abriss des Viaduktes gezeichnet werden.

bild_1_MB, Chemnitz
Foto Michael Backhaus

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Fassaden-Hickhack am Johannisplatz; der „Weinhold“-Bau der TU, ein grauer Koloss

1. Parkhaus am Johannisplatz (Freie Presse vom 12.10.2013)

Wie konsequent eine nicht unwichtige Fassade, nämlich die des neuen Parkhauses am Johannisplatz nach Verlangen vieler Seiten verwirklicht wurde und wie unsere Stadtoberen da reagieren-das ist bemerkenswert. Abgesehen davon, dass es nun im Zentrum vor Hoch-und Tiefgaragen wimmelt und noch mehr dazu kommen sollen, kann eine Fassade ein verkorkstes Stadtbild nicht retten. Aber nun zu dem Hickhack. Geplant war zuerst eine Fassade aus Metallgewebe. Diese musste infolge Kritik des Bauausschusses und des Kuratoriums für Baugestaltung vom Planer überarbeitet werden. Nun stellte der Investor eine Terrakotta-Fassade vor und kommentierte sie selbst: „Mit seiner Natursteinfassade…. fügt es sich harmonisch in die Umgebung der wertvollen Nachbargebäude-der ehemaligen Sparkasse und der alten Bundesbank ein.“ Das Parkhaus ist fertig und nun wird die fertige Fassade u.a. vom Stadtrat Herrn Dr. Füßlein und der Baubürgermeisterin Frau Wesseler ob ihrer „Hässlichkeit“ kritisiert. Auf Anfrage erklärte die Stadtverwaltung, dass der Investor den „Empfehlungen von Bauausschuss und Kuratorium nicht gefolgt ist aus Kostengründen. Dies sei nicht zu beanstanden, da es sich um ein privates Bauvorhaben handle.“ Der Frau Oberbürgermeisterin B.Ludwig aber gefällt die Fassade: „die jetzige Lösung passt an den Wall und fügt sich gut zu den Nachbargebäuden.“
Wozu braucht es da die Meinung der Bürgerschaft, des Stadtrates, der Baubürgermeisterin, des Kuratoriums und selbst des Investors, wenn der fertige Bau ganz anders in Erscheinung tritt? „Im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens habe er dann aus Kostengründen. von der Natursteinfassade Abstand genommen.“ Also eine Billiglösung zwischen seine „wertvollen Nachbargebäude“ bevorzugt. Hier drängt sich der Gedanke auf, dass die teure Lösung erst einmal eine Beruhigungspille war, um überhaupt eine Baugenehmigung zu erlangen.
Bei allen Verdiensten des Investors- mit dem Zubau der Arkaden im Rawema-Gebäude lief das ähnlich. Erst war der Stadtrat, der Bauausschuss und das Kuratorium dagegen, schließlich wurde auf Druck des Investors dem Zubau zugestimmt, was heute keine gute Lösung für die Bürger darstellt. Man läuft so gut wie ungeschützt im Regen an dem großen Klopper lang. Aber das Privatinteresse des Herrn K. setzte sich durch nach der Drohung, sich aus Chemnitz zurückzuziehen. Und so etwas wirkt immer.
So wird Stadt gestaltet!!

2. Fassade Weinhold-Bau der Technischen Universität an der Reichenhainer Straße ((FP vom 8.10.2013)

Die Presse tittelt: „Koloss in Schwarz und Grau…)

Wenn ein großes Gebäude aus DDR-Zeiten (1973) modernisiert wird für 55,25 Mill. Euro dann sollten sich alle freuen. Und das werden auch viele. Das soll gar nicht zerredet werden, dass dies ein Erfolg für die TU ist. Was aber die Baugeschichte der Umplanung des Weinhold-Baus angeht, darüber kann man auch ein Buch schreiben. Zunächst war ja der Einbau der Campusbibliothek dort geplant. Von Kennern der Deckentragfähigkeiten, wurde das gleich als obsolet angesehen. Die beauftragten Planer aus München aber brauchten geraume Zeit, um zu dieser Erkenntnis zu kommen und die jetzige Nutzung vorzusehen.
Bei der Neuplanung wurde erheblich in die Substanz eingegriffen. Es blieb nur ein Skelett übrig, der Zwischenbau musste weichen. Auch wurden zwei Geschosse abgetragen. Was uns jetzt an äußerer Erscheinung entgegentritt, erinnert in keinster Weise an den Baugedanken der früheren Planer. Man möchte meinen, dass es ein Bau einer Einrichtung ist, die es 1km weiter gibt, dem Gefängnis. Ein ausdrucksloser, grauer Koloss eben. Aber ein Ergebnis eines Wettbewerbes, das sich nun in Funktion und Gestaltung bewähren muss

Gebäude und Fassadendetails Fotos: Kay Kippig

Gebäude und Fassadendetails
Fotos: Kay Kippig

Der frühere Baukörper mit Details hier noch einmal zur Erinnerung. In einem Zeitungsartikel wird auch gesagt, dass der Weinhold-Bau zu den größten Universitätsgebäuden der DDR gehörte und in seiner Durchbildung mit Gebäuden des berühmten Architekten Le Corbusier verglichen wurde. Und so war es auch.
Die vorgestellten Sonnenblenden in der Art der „Brise soleils“, die Höhe des Baukörpers, die mittlere Gliederung und auch der Zwischenbau mit der ehemaligen Teilbibliothek für Elektrotechnik waren markante und ausdrucksvolle Bauelemente. Man hat versäumt, den Bau unter Denkmalschutz zu stellen. Unabhängig davon wäre es undenkbar gewesen, dass ein Gebäude, etwa der TU Westberlin aus den siebziger Jahren, in einer Art verhunzt würde, wie es hier geschehen ist. Es gilt nämlich dort (und auch hier!) das alte Architektenrecht des geistigen Eigentums. Die kleinste Veränderung kann der Architekt als seine geistige Schöpfung einklagen, aber hier hatte man keinen Respekt und machte, was man wollte. Es war kein Privatarchitekt, der das Haus plante, nur (!) ein Volkseigener Betrieb (Iproplan Dresden). Und so hatte man nichts zu befürchten. Es durfte nichts mehr an die DDR erinnern.

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Unterschriftenlisten liegen aus – das Tietz verweigert Auslage

Die Unterschriftenlisten zur Zeichnung der Petition für den Erhalt des historischen Eisenbahnviaduktes Annaberger/Beckerstraße liegen ab sofort an folgenden Stellen aus und können auch dort unterzeichnet werden:

Morgner Archiv Agricolastraße 25 (Öffnungszeiten: Samstags von 11:30 – 18:00 Uhr)
Café Michaelis Am Düsseldorfer Platz 1
Restaurant Brazil Innere Klosterstraße 10
Restaurant Buono Theaterstraße 7
Restaurant Heck-Art Mühlenstraße 2
Cafeteria Südeck Reichenhainer Straße 52

Das Tietz hat die Auslage der Unterschriftenlisten „aus Gründen der Neutralitätspflicht“ verweigert und meint „wegen ein paar Unterschriften rechtliche Fehler“ vermeiden zu müssen. Peinlich und beschämend für ein sogenanntes Kulturkaufhaus.

Die Petition kann weiterhin natürlich auch hier online gezeichnet werden.

Information 27 09 2013

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