Abriss der Akropolis untersagt !

erbaut 1950

Etwas übertrieben, aber für eine Schlagzeile gut, erinnert der ehemalige Kulturpalast in Rabenstein nur entfernt an die Akropolis. Der Kulturtempel von 1950 im Neo-Renaissancestil wirkt vor allem im Mittelteil mit Säulen, Tympanon, Architrav und versimpelten Kapitellen mit seiner Front (Hexastylos) recht beeindruckend. Von der Durchgestaltung der Bauformen ist er ohne Zweifel der bestgestaltetste in der ehemaligen DDR. Diese Art Bauwerke gibt es in aller Welt, auch an das „Weiße  Haus“ sei erinnert.

Die Landesdirektion Chemnitz hat den Abriss abgelehnt. Das ist sicher zu danken der Stellungnahme der Unteren Denkmalschutzbehörde (Leiter Herr Morgenstern), dem Landesamtes für Denkmalpflege, aber auch engagierten Bürgern, den Broschüren von Herrn Barthel, dem Buch von Herrn L. Schilde, der Aufforderung des Stadtforums eine Erhaltungssatzung aufzustellen (die im Schubkasten liegt) und sogar einer Bürgerdemo vor dem Haus.

Nun ist es aber an der Zeit, dass die Stadt die Chance ergreift, dieses Alleinstellungsmerkmal für die Stadt in Nutzung zu bringen und hilft, einen Käufer zu finden. Ausschreibung bundesweit!

 

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Späte Einsicht

Wie neulich in der „Freien Presse“ zu lesen war, hat der vormalige Verfechter des innerstädtischen Abrisses historischer Bausubstanz und Sanierer monofunktionaler Wohnungsbauten am Stadtrand Peter Naujokat Chemnitz den Rücken gekehrt – Richtung Berlin. Angeblich um von dort aus Chemnitz in ein besseres Licht zu rücken.
Im Verlauf des Beitrages räumt Naujokat Fehler bei seiner Abrisspolitik ein. Leider reichlich spät. Der Verantwortungsübergang an seine Nachfolgerin Simone Kalew brachte ebenso keinen Richtungwechsel in Bezug auf diese Politik. Erst die bundesweite Änderung der Fördermittelausrichtung – nicht zuletzt auf Grund des Medien- und Bürgerdruckes konnte die Zerstörung der historischen innerstädtischen Quartiere eindämmen. Leider auch viel zu spät.

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Machen sich Eigentümer Gedanken zu Städtebau und Stadtbild?

Kann in unserer Zeit ein gewollter Städtebau durchgesetzt werden oder nur in staatlich gelenkten Dikaturen? Vor über 200 Jahren wurden Alleen in Berlin gebaut-zum Marschieren, flanieren oder Corso fahren.  Paris wurde unter Napoleon III. durch den Stadtgestalter Haussmann total umgestaltet. Er schuf das Straßensystem neu und machte die Stadt zu einer Weltmetropole. Die radikalen Eingriffe gingen zu Lasten der Bürger.
Andere „Herrscher“ bestimmten das Aussehen der nach dem II. Weltkrieg zerstörten Städte maßgeblich, vor allem in der DDR. Der Staat bestimmte, wie Städtebau auszusehen habe. Dabei sind aber nicht nur negative Ergebnisse entstanden.
Eine andere Methode Städtebau zu betreiben ist die freizügige Planung ohne staatliche Bevormundung. Sie schuf die teilweise chaotischen Stadtgestaltungen, wie wir sie heute vor uns haben. Bestimmte Großstädte sind nicht mehr beherrschbar, total unansehnlich und in ihrer historischen Gestalt nicht wiederzuerkennen.
Im kleineren Maßstab haben wir das auch in Chemnitz vor uns. Gewollte Großbauten im Zentrum, die von breiten Ringstraßen umgeben sind. Das Zentrum stellt sich als zu klein heraus. Die Visionen, einen Teil dieses Straßensystems an ein vorhandenes Teilringsystem anzuschließen und zu vollenden, werden nicht verfolgt. Aus finanziellen Gründen wie man hört. Die Bürger sind weiterhin dem flutenden Verkehr im Zentrum ausgesetzt.
Die optische Begrenzung der Innenstadt wurde zu DDR-Zeiten durch Wohnhochhäuser erreicht. Fallen diese Gebäude einmal alle weg, zieht eine Gleichförmigkeit ein, der ohne Ersatz die Dominanten fehlen.
Das ist bereits der Fall an der Annaberger Straße (Hochhaus abgerissen), an der Zschopauer Straße und an weiteren Stellen der Stadt. Das Wohnhochhaus an der Ecke Reichsstraße/Zwickauer Straße scheint auch keine Zukunft zu haben. Sollte dieses einmal abgerissen, entsteht ein langweiliger Riegel bis zum Falkeplatz. Keine Werbung für einen Stadteingang gegenüber dem Museum Gunzenhauser.
Auch das Gründerzeithaus Hartmannstraße 16 gehörte zu den dominierenden Gebäuden des Zentrums. Das Stadtforum setzte sich mit vielen Bürgern für dessen Erhalt ein. Umsonst.
Ebenso ist zu hinterfragen, ob sich die städtebauliche Situation verbessert, wenn die GGG einige Wohnhäuser  an der Mühlenstraße abreißt. Der Plan sieht dort eine Karreebebauung entlang der Mühlenstraße vor, was sicherlich zu prüfen sein wird. Was an der Leipziger Straße 101-111 immer bemängelt wurde, ist der Verkehrslärm. Hier will man aber Neubauten an eine viel befahrene Straße setzen. Schnell wird zugegriffen, wenn die Abrissförderung winkt.
Im oben genannten Fall Brühl engagiert sich die GGG nach Abriss aber nicht für die Vollendung der Karreebebauung. Man will das Eine, lässt aber das Andere, Erwünschte außen vor.
Nach dem Teilabriss der Nordseite Mühlenstraße vor einigen Jahren, welche jene typische Karreebebauung aufwies, strebt man diese auf der anderen Seite wieder an. Das erscheint paradox.
Dabei ist aber generell der soziale und behindertenfreundliche Aspekt dieser Gebäude nicht zu vergessen, denn es ist bekannt, dass es an kleinen und behindertengerechten Wohnungen in unserer Stadt bereits fehlt. Eine Folge des Abrisses von eben jenen Wohnhochhäusern.

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Alea iacta est- Neefestraße 83

Wie schon in Beiträgen vermutet, ist die Dampfwalze zum Haus Neefestraße 83 einfach nicht aufzuhalten. Schuld sind zu viele Entscheidungs-und Bedenkenträger in Stadtrat und Verwaltung. Dem Sanierungswilligen hätte man auf kurzem Wege die Mittel übergeben können zur Notsicherung. Mit einer Vereinbarung, das das Haus auch in absehbarer Zeit angefangen wird zu sanieren. Es wäre ein Ausnahmefall gewesen, eben weil der Gebäudeblock an dieser Stelle so sichtbar und wichtig da steht. Es entsteht nun ein weiteres Zeugnis der Zerstörung, der Gleichgültigkeit und städtebaulichem Unvermögen.

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Hohe Brücke Hartmannstraße- letztes Kapitel?

Derzeit versucht die Landesdirektion Chemnitz der Stadt zu erklären, wie ein Brückengeländer richtig auszusehen hat (Freie Presse v. 9.1.2012). Hier hat sie mal auf einen alt-erfahrenen Ingenieur gehört. Im Tiefbauamt hat man allerlei Ausflüchte. Es ist wohl das letzte Kapitel einer unsäglichen Saga um Brücke und  Hartmannstraße 16. Wenn nur damals die Landesdirektion versucht hätte, der Stadt zu beweisen, dass das Haus erhaltbar war, wenn etwas Engagement von dort zur Erhaltung eines städtebaulich wichtigen Gebäudes gekommen wäre- das wäre wahrhaft sinnvoll gewesen. Erfahrene Statiker hat es damals gegeben, die den Erhalt befürwortet hatten. Über die zusätzlichen Kosten infolge mangelhafter Planung spricht heute keiner mehr.

Kauf des Hauses nach Beschädigung, Abriss und monatelanger Bauverzug waren die Stationen. Das schöne Gründerzeithaus könnte noch stehen. Es hat dort eine besondere Bedeutung gehabt im Kontext zu den gegenüberliegenden Altbauten. Jetzt ist ein nichtssagender Blick auf Wohnbauten der 70-ziger Jahre freigegeben.

Aber nicht nur an dieser Brücke war die ungenügende Vorbereitung zu erkennen, an der Deutschen Bank hat man die Brücke gleich ganz vergessen nach der Aufdeckelung.

Wenn im Maschinenbau sich ein Facharbeiter  Fehler leisten würde, wäre seine Entlassung vorprogrammiert. Hier wurde keiner zur Verantwortung gezogen, weder die Vorbereitung in der Stadtverwaltung, das Planungsbüro und auch nicht der Baubetrieb.

 

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Was los ist !

Meine Gedanken zum „Chemnitzer Modell“

In einer Welt in der tagein, tagaus immer mehr das Wahrnehmbare und Sinnreiche nur in zählbares und  messbares umgewandelt wird, scheint es am besten zu gehen. Das Verdrängen und Abwerten, das Aufwerten nur bestimmter Teile der Stadt – die  schleichende Gentrifizierung.

Heißt es noch hoffnungsvoll bei dem Dichter Eichendorff: „Wo ein Mensch begeistert steht, da ist der Gipfel der Welt und alles wird gut.“ In Volker Brauns’s Gedicht „Gemischter Chor“ ist unsere Realität schon da: …“Das unzulängliche  Hier wird’s Erreichnis. Das fein Geplante ist doch zum Schrein. Das ungeahnte Tritt eisern ein.“

Zum wiederholten Mal soll das Umweltzentrum abgeschafft werden. Als Erstes soll es aus seinem bekannten Standort vertrieben werden. Aber der jetzige ist einfach markanter und das seit über 20 Jahren, gegenüber einer Kirche und an dem Ort wo einst die Häscher und Wächter des DDR-Staates saßen. Optisch als auch inhaltlich kann es nicht besser sein, in zeitgeschichtlicher Entwicklung sowie Bedeutung denn alle anderen Entscheidungen wären politisch instinktlos. Es war und ist Bürgerwille im Prozess der  sogenannten „Friedlichen Revolution“.

Warum muss das kurzsichtige Verändern des gewachsenen immer wieder zum Modell werden ? Es wäre gescheiter die unterschiedlichsten Einrichtungen im UWZ selbst und in der Stadt zu mobilisieren um  es aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken. Als erstes muss die Leitung selbst wieder  einziehen, die hervorragend ausgestattete Umweltbibliothek wieder in aller Munde gebracht werden, eine Stammkneipe wieder eingerichtet werden und den einst außerordentlich gut besuchten „ Grünen Stammtisch“ mit seiner guten Diskussionskultur wieder  belebt werden. Statt, das Haus am langen Arm, von wem auch immer, verrecken zu lassen!

Man schwatzt von Optimierungsmöglichkeiten und von Partizipationsprozessen und ist doch unendlich weit entfernt davon. Die gestelzte und technizistische Sprache des politischen und des

Verwaltungsapparates verrät schon viel von den zu erwartenden Entscheidungen und deren Qualität, besonders was Alternativen anbelangt.

Dazu zwei Beispiele:

… über den Entwicklungsstand im Quartier und aktuelle Handlungsschwerpunkte informieren will.  Oder,

… so müssen im gegenwärtigen zu erarbeiteten Betreiberkonzept zum einen marktgerechte Mietkonditionen und Ankaufspreise als auch die notwendigen Betriebs- und Bewirtschaftungskosten und und und.

Hier im Osten von Deutschland  wollen die zugereisten und eingesetzten Beamten immer wieder alles verändern- Das macht die Bürger mürbe, desinteressiert und und vor allem politikverdrossen. Ich könnte auch sagen: Wer Häuser wegreist, der kann nicht an einem gedeihlich und gewachsenen Miteinander interessiert sein. Die Auswirkungen der  Abrißproblematik liegt für mich ohnehin tiefer, als manche Mitmenschen vermuten.

In  Chemnitz haben die Verwaltungsbeamten und Parteipolitiker doch ihre mangelten Fähigkeiten bzw. ihren Unwillen schon mehrfach unter Beweis gestellt. Nur 3 Beispiele sollen das verdeutlichen.

Als es um die Erhaltung des ehemaligen Standort des Kulturzentrums Voxxx ging, haben es die Stadtverantwortlichen nicht hinbekommen ihn zu sichern. Der Umzug ins umbenannte Weltecho zeigt eine Menge Kompromissein Richtung Verschlechterung und das im westlichen Sprachgebrauch so viel gepriesene Alleinstellungsmerkmal hat er auch nicht mehr.

Beim Exka, dem experimentellen Karree am Bernsbachplatz, welcher eine „Riesenfläche“ ist, weil eine Doppelkreuzung, den die entstandene bunte Belebung besonders gut getan hätte, unter  fadenscheinigen Erklärungen erfolgte auch hier die Vertreibung an einen eher ungastlichen Ort, eingangs der  Leipziger Str. Ecke Mathesstraße, wo sich nicht viel, vielleicht gar nichts entwickeln wird. Noch nie haben die  berühmtesten Bayrischen Autohersteller ihren Hauptstandort bzw. Sitz verändert. Warum wohl? Ständige Mobilität und Veränderungsbereitschaft abzuverlangen und  zu organisieren ist für mich in der enger werdenden Welt, auch wenn der Anschein in unserer Region bzw. in Deutschland zur Zeit sich anders darstellt – warum werden wohl diese riesigen, oft überdimensionierten Verkehrs-

anlagen vieler Orts errichtet – ein  typisches Erscheinungsbild der Wegwerfgesellschaft.

Ein Höhepunkt des im wahrsten Sinn des Wortes „Chemnitzer Modell“ ist dann die komplette Zerstörung des Straßenraumes entlang der Reichenhainer Straße. Die einzige Baumallee  in unserer Stadt  wird der fragwürdigen Fördergeldpolitik und einem nicht bis zu Ende gedachten Bauprojekt geopfert.

Ach und Millionen  € sind vorhanden, um einen im stringenten Weg nach unten führenden  Profifußballclub ein Luxusstadion zu bauen, obwohl ein Ort mit viel Platz und reichlich Umgebung vorhanden ist und keine Anwohner gestört werden,wohl auch keine Daseinsfürsorge in Aussicht steht. Welch ein Tollhaus ist Chemnitz bloß geworden ?

Michael Backhaus, Mitglied des Chemnitzer Stadtforums, Dezember, 2011

 

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Offener Brief zum Gebäude Neefestraße 83

An dieser Stelle möchten wir auf einen unkoordinierten Umgang mit Förder- respektive Steuermitteln im Zuge stadtgestalterischer – oder besser stadtzerstörerischer Maßnahmen hinweisen. Konkret handelt es sich um das gründerzeitliche Gebäude Neefestraße 83. Situiert im verkehrsberuhigten Bereich der Straße, in einem geschlossenen Blockkarree zwischen ausschließlich sanierten und bewohnten Gebäuden. Noch dazu befindet sich das Haus im direkten Einsichtsbereich beidseitiger Fahrtrichtungen der Nefeestraße, in der Kurve landwärts nach dem Industriemuseum. Dieses im derzeitigen Zustand substanziell sehr geschädigte Gebäude soll jetzt in einer Ersatzmaßnahme durch die Stadt abgerissen werden. Vom Eigentümer ist die Rückzahlung der hierfür verwendeten Steuergelder nicht zu erwarten, da insolvent.
So weit entspricht dies hier der üblichen Verfahrensweise. Wäre hier nicht ein Investor, der sich bereit erklärt hat, dieses Gebäude bei Bezuschussung der für den Abriss vorgesehenen Mittel diese Gebäude zu übernehmen und zu sanieren. Der Eigentümer wäre mit der Abgabe zum symbolischen Preis einverstanden. Doch die Stadt Chemnitz ist nicht bereit, die für den Abriss eingestellten Gelder umzuwidmen. Die Chance und Pflicht zur positiven Stadtgestaltung wird hier ein weiteres Mal verspielt.
Wir möchten die Stadt unbedingt zum Überdenken der Vorgehensweise auffordern und hier ein positives Signal in Sachen Substanzerhalt und Stadtgestaltung zu setzen.
Ein Entgegenkommen der Stadt könnte hier durchaus Synergieeffekte erzeugen und Nachahmer auf Investorenseite finden – was letztendlich zu einer ausgeglicheneren Stadtgestaltung und zu einem Erhalt gefährdeter Baudenkmale führt.

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Nachhaltig entscheiden !

 

Dank Herrn von Carlowitz´ wissen wir heute, was nachhaltig ist, keiner hätte es sonst herausbekommen, dass schon vor 2000 Jahren nachhaltig und dauerhaft von den Römern gebaut wurde, etwa Wasserleitungen und Fußbodenheizungen, das ist wohl vergessen. Das Wort ist aber auf jeden Fall überall aktuell: beim Auto, im Bauwesen, in der Bekleidungsindustrie und beim Möbelbau, auch in der Politik. Mancher Politiker hatte kein nachhaltiges Programm und scheiterte schon bald: der Eine nach 12 Jahren, der Andere nach 40. Was uns heute bevorsteht, wissen wir nicht. Dass Nachhaltigkeit auch in den Künsten und im Städtebau vorkommt, ist nicht Vielen bewusst. Was ist im Städtebau nachhaltig? Ich meine, die Qualität der Gebäude, aber vor allem das Stadtgefüge, die Entfernungen, die gut proportionierten Ensembles und Plätze, die Alleen und die Verbindungswege. Ohne dass es den Menschen immer bewusst wird, fühlen sie sich dort wohl. Schlechte Architektur, weite Wege, zusammenhanglose Gebiete in der Stadt zeugen eben nicht von Nachhaltigkeit. Nicht nur für Chemnitz trifft dies vor allem in der Innenstadt zu. Alte Städte waren keine Kopfgeburten, sie entwickelten sich organisch nach den Bedürfnissen und Maßstäben der Menschen. Parkanlagen und Grünflächen sind in der Stadt kostbar und werten sie auf. Es gibt auch wirklich gute Beispiele dafür hier. Um so gravierender aber ist die gegenwärtige Vorbereitung der Beseitigung einer wichtigen Allee, der Allee auf dem Mittelteil der Reichenhainer Straße, die vom Bahnhof Chemnitz- Süd bis zum Krematorium führt. Diese Allee besteht seit über 100 Jahren und hatte einen tiefen gestalterischen Sinn: nämlich die Verbindung für die Bürger zu ihrem Hauptfriedhof zu schaffen. Es ist immer noch und überall ein Erlebnis in einer Allee zu laufen. Sie spendet Schatten und baut uns innerlich auf. Deshalb kann man sie als nachhaltig bezeichnen. Es ist eine der wenigen durchgängigen Alleen, wenn nicht die einzige, bestanden mit etwa 400 Platanen und Linden in Chemnitz. Wollen wir sie wirklich opfern für ein fragwürdiges Straßenbahnprojekt? Dieser Campusteil lebt in seinem Ambiente wesentlich von diesem Grünzug. Und Busse sowie die Bahnlinie gleich in der Nähe reichen dort völlig aus.  Ein Bürger, der in seinem Garten einen Baum vor einem denkmalgeschützten Haus fällt, wird bestraft. Hier sollen hunderte Bäume vor Gebäuden mit Denkmalschutz beseitigt werden. Das darf nicht passieren! Diese Allee ist selbst ein Denkmal und ist zu schützen!

 

 

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Stillstehende Altbauten

Die Malaise in jeder Stadt sind interessante, hochwertige Altbauten, welche leer stehen und an denen der Zahn der Zeit nagt. Es gibt viele Gründe, dass ein Eigentümer untätig ist: mangelnde Finanzkaft, unwirtschaftlicher Standort, nicht genehmigte Nutzungskonzepte usw. Man kann ein Bauwerk auch aussitzen, bis es wirklich abbruchreif ist und dann erst der Abriss genehmigt wird. Das leidige Thema Abriss, der vor allem bis vor einiger Zeit gut gefördert wurde, hat sich etwas beruhigt. Stattdessen werden Gebäude, die noch vor Jahren zu einem sagenhaften Verkaufspreis angeboten wurden, jetzt auf Immobilienbörsen abgestoßen. Dies praktiziert seit einiger Zeit die städtische GGG und die Stadt selbst mit ihrem Eigentum. Das Geschäft soll so gut gehen, das man seitdem schwarze Zahlen schreiben kann. Das will keiner so recht glauben, denn die erzielten Gewinne sind doch recht niedrig.  Egal, wie auch immer-man kann beobachten, dass solche Gebäude bald zu einem wesentlich höheren Preis wieder angeboten werden. Der Spekulation ist nun Tür und Tor geöffnet. Städtebaulich wichtige Altbauten, die nun erneut weiter leer stehen, weil der neue Eigentümer ebenfalls nicht an Sanierung denkt, beglücken uns nun auf neue Art in altem Gewand.  Ein Beispiel ist das als „Volkshaus Colosseum“ gebaute, später Kulturhaus „Fritz Heckert“ bekannte imposante Gebäude auf der Zwickauer Straße. Das gehörte ja einmal der Gewerkschaft oder der SPD.  Bisher sieht man beim neuen Eigentümer keine Aktivität.

Also, ich will sagen, bevor die Stadt, die GGG, die Treuhand oder wer auch immer solche wesentliche Bauten für die Stadt in private Hände abstoßen, um sich davon frei zu machen, haben sie die Verpflichtung, selbst zu prüfen, wie solche interessante Bauten wieder zum Leben zu erwecken sind. Das betrifft auch solche Bauten wie das ehemalige „Haus für Körperkultur“ in Rabenstein, das 2004 übereilt geschlossen wurde und das uns hier im Chemnitzer Westen sehr fehlt. Der jetzige Eigentümer verhält sich trotz vieler  Hilfestellungen passiv. Die Stadträte sollten sich mit dem Thema engagierter befassen, meine ich.

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Dilettantische Sanierung im Flächendenkmal

Wenn man mit offenen Augen durch unsere Stadt geht, kann man durchaus auch Zerstörung von Baukultur sehen, ohne dass ein Abrissbagger in der Nähe steht. So jüngst auf dem Kaßberg geschehen, genauer am westlichen Ende der Puschkinstraße. Hier werden tatsächlich im größten Flächendenkmal der Stadt historische Bauten in einer Art und Weise „saniert“, das man geneigt ist, der verantwortlichen Architektin das Diplom zu entreißen. Das hier die vormals ausgewogen gegliederten Fassaden mit einer Wucht an Unsensibilität in dumpfe Styroporhüllen verpackt wurden lässt sich sicherlich nicht durch die Alibidenkmalpflege der unverhüllt belassenen Eingangsgewände kaschieren – zumal diese nun nicht mehr aus der Fassade hervor- sondern hinter die Dämmstoffpackung zurücktreten. Die neuen Hauseingangstüren sind gestalterisch völlig aus dem Kontext gerissen, passen dafür aber gut zu den Plastikfenstern, dennoch in keiner Weise zum bauhistorischen Umfeld. Die brachial straßenseitig vorgepflanzten Balkonanlagen geben der Gebäudeansicht letztendlich den Todesstoß – gemeinsam mit dem Farbanstrich der Fassade.

Alles dies geschieht unter dem Deckmantel der „energetischen Sanierung“. Das diese durchaus mit guter Architektur in Einklang gehen kann – dafür gibt es genügend Beispiele, auch in unserer Stadt. Als Architekt sollte man nicht vergessen, dass die berufliche Hauptaufgabe gestalterischer Art ist. Diese Gestaltung mit einem energetischen Optimum zu verbinden erfordert etwas geistige Anstrengung, ist aber heute gang und gebe. Nie sollte eine energetische Bauweise als Alibi für Verunstaltung und Unfähigkeit herhalten.
Dennoch sind die Gebäude vermietet, was sicherlich dem Standort zu verdanken ist. Der Identität der Stadt und im Besonderen des Kaßbergs gereicht diese misslungene Aufhübschung keinesfalls zum Vorteil.
An dieser Stelle haben wahrscheinlich auch die Organe der Stadt ihre Verantwortung versäumt, Einspruch gegen die Preisgabe unserer überbrachten Baugeschichte zu erheben – ein schönes Stück Baukultur ist somit verloren gegangen.

Wie man es besser machen kann, zeigt der folgende Artikel aus der FAZ:
F1107191.027

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2. WORKSHOP DES STADTFORUMS CHEMNITZ – AUSWERTUNG

    Der 2. Workshop „Meine Ecke Chemnitz“ hatte die Betrachtung der innerstädtischen Verkehrsbeziehungen des südlichen Zentrumsbereiches sowie eine mögliche bauliche Verdichtung zum Thema. Der unmittelbare Zustand wurde im Rahmen einer Begehung analysiert, in der anschließenden Diskussion ausgewertet und mit Vorschlägen zur zukünftigen Gestaltung untersetzt. Dabei haben sich zunächst visuell unmittelbar wahrnehmbare Problempunkte herausgestellt:
    – Der Straßenraum der Bahnhofstrasse erscheint wesentlich überdimensioniert, die Proportion zum kleinen Zentrum ist unangemessen. Dieser Eindruck wird in den Kreuzungsbereichen der einmündenden Reitbahnstraße, der Zschopauer Straße, der Augustusburger Straße/ Brückenstraße und der Annaberger Straße verstärkt.
    – Der motorisierte Verkehr der Bahnhofstraße steht in starkem Widerspruch zum Fußgängerverkehr, der sich im Bereich der Zentralhaltestelle vom Tietz Richtung Kaufhof und zurück bewegt. Die tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeiten sowie der übermäßige Schwerlastverkehr widersprechen einem Stadtzentrum ebenso wie die Belastung durch Lärm- und Abgas-Emission.
    – Die vorhandenen Platzsituationen werden unterschiedlich von Passanten wahrgenommen. Dabei bildet der Bereich vor dem Tietz in Richtung Reitbahnstraße einen angenehmen Raumeindruck ab und stellt in Verbindung mit dem Zugang zum Tietz einen gut angenommenen Stadtraum dar. Die Freifläche vor dem Verwaltungsgebäude der Sparkasse wird nicht als Platz angenommen, die Aufweitung des Stadtraumes erzeugt ein eher unangenehmes Raumgefühl. Ein Verweilen wird durch die undeutlich ausgesprochene Platzsituation nicht angeregt.
    – Neben der Bahnhofstraße liegen die Zentralhaltestelle sowie das Zufahrtsbauwerk der Parkgaragen Moritzhof und Kaufhof wie ein Riegel über dem Scharnier des Kernbereiches um die Moritzstraße (Tietz, Moritzpassage, Reitbahnstraße, Moritzhof etc.) zum unmittelbaren Stadtzentrum.
    – Der gesamte Stadtraum um das Zentrum ist völlig überreglementiert und -möbliert. Dies führt zur Disqualifizierung der Raum- und Sichtbeziehungen sowie zur Belastung der Verkehrsteilnehmer und Passanten.
    – Im Bereich des Johannisplatzes kann der weitläufige Raum nicht mehr als Zentrum wahrgenommen werden.
    – Der derzeitige Blick vom Parkplatz Tietz in Richtung Zentrum kann infolge der überwiegenden Gebäuderückansichten ebenso wenig einen Eindruck von Stadtzentrum vermitteln.
    – Das „Contiloch“ stellt momentan auf Grund der Topografie und des natürlichen Bewuchses keinen Konflikt zur Innenstadt dar.
    – Generell ist der Fußweg vom Hauptbahnhof zum Zentrum über die Bahnhofstraße ein abschreckendes Erlebnis für die Passanten und keine Werbung für Chemnitz.

    Aus diesen Beobachtungen heraus haben sich additiv zu den bereits im ersten Workshop erarbeiteten Erkenntnissen neue Aspekte im betrachteten Bereich herausgestellt.
    Basis für die Arbeit im zweiten Workshop waren die Überlegungen zur Verkehrsberuhigung der Bahnhofstraße sowie der Zwickauer Straße bis zur Reichsstraße. Dabei wird eine temporäre Lösung vorgeschlagen, die den bis zur Zschopauer Straße fertig gestellten Inneren Stadtring nutzt und von dort den Verkehr wieder der Bahnhofstraße in Richtung Dresdener Straße zuführt. Eine finale Lösung bietet die Fertigstellung des o.g. Rings, bei der die Verkehrsströme erst am Dresdener Platz wieder einmünden.
    Der Bereich vom Falkeplatz bis zur Zschopauer Straße bleibt für den Durchgangsverkehr – ausgenommen ÖPNV – gesperrt, es besteht nur die Möglichkeit der Zu- und Abfahrt zum Zentrum, d.h. über die Einfahrten der Parkgaragen der Innenstadt. Der Durchgangs- und vor allem der Schwerlastverkehr werden von der Bahnhofstraße verbannt.
    Auf diesen Gedanken aufbauend haben wir folgende Überlegungen entwickelt:
    – Notwendig für die Verkehrsführung bleibt neben der Straßenbahntrasse jeweils eine Fahrspur pro Richtung. Der vorhandene Raum der derzeitigen Fahrbahnen kann für die zukünftige Gestaltung positiv genutzt werden. Um eine Schneisenbildung zu vermeiden, soll eine Radienführung den Verlauf der zukünftigen Straße kennzeichnen. Gleichzeitig können dadurch negative Platzerscheinungen, wie der Vorraum des Sparkassengebäudes entschärft und notwendige Plätze, wie beispielsweise vor dem Tietz dazu gewonnen werden.
    Die Abwechslung entgegen dem geradlinigen Verkehr öffnet generell Gestaltungsräume, beispielsweise für Stadtgrün, Kunst oder dezente Stadtmöblierung. Der Bereich vor dem Tietz sollte durch die o.g. Straßenführung aufgeweitet werden. Hier bieten sich nach unserem Dafürhalten gute Bedingungen für einen an Shared Space angelehnten Stadtraum, da hier die dafür notwendigen Fußgänger- und Fahrradströme vorhanden und gewollt sind. Um den von Norden kommenden ausklingenden Stadtwall im Bereich des ehemaligen Beckerplatzes auch erlebbar zu machen, sollte die Haltestellenregion der Zentralhaltestelle dahingehend markiert werden. Dazu könnte die Überdachung unterbrochen oder aber der gesamte Bahnsteig bis auf diese Höhe eingekürzt werden. Im rückwärtigen Bereich der Zentralhaltestelle gibt es einen störenden Einblick in die Anlieferzone des Gebäudes Chemnitz Plaza. Dieser ist nach einstimmiger Auffassung unbedingt zu kaschieren. Dennoch sieht die Mehrheit der Workshopteilnehmer keine Baumasse in diesem Bereich, zumindest nicht zwingend zum jetzigen Zeitpunkt. Dieser Restbereich Beckerplatz sollte eher eine grüne Aufweitung des Walls erfahren, wie dies schon auf der gegenüberliegenden Seite passiert. Gegen den Hinterhof Chemnitz- Plaza sollte die Einsicht durch eine „grüne Wand“ in Form einer Pergola o.ä. abgeschirmt werden.
    Einen Achtungsabstand jeglicher Bebauung zum Sparkassengebäude Straumers halten wir für unbedingt notwendig.
    Ein Teil der Teilnehmer sieht den Erhalt der mittlerweile begrünten Aufschüttungen im Bereich des auslaufenden Boulevards Wall als zwingend, wogegen die anderen Teilnehmer die Einebnung für die Sichtbeziehung vom Boulevard Richtung Tietz als wichtig erachten.
    Die zukünftige Bebauung im Anschluss an das Gebäude Schocken darf nicht in unmittelbarer Folge der Höhe noch der plastischen Form der Fassade Mendelsohns folgen. Dies würde das Gebäude in seiner Bedeutung in im Kontext der historischen Einordnung gefährden. Eine Achtungsfuge in maximaler Bauhöhe der ehemaligen Mädchenschule könnte hier als Gelenk funktionieren.
    Unbedingt sollte es zur Gestaltung der Fassaden einen Architekturwettbewerb geben.
    Um die längerfristig Planung des Innenstadtrings und somit auch die Entlastung der Kreuzungen Bahnhofstraße / Zschopauer Straße bzw. Augustusburger Straße durch die vorzeitige Platzierung einer Bebauung am Johannisplatz nicht negativ zu beeinflussen, sehen wir keine Bebauung der Johannisplatzes mit straßenbegleitender Flucht. Eher sollte langfristig die Bebauung des jetzigen Fahrbahnstreifens rechts Richtung Hauptbahnhof geplant werden, um die Möglichkeit der Verdichtung zum Zentrum wahrzunehmen, und dem Jahannisplatz die weitere Entwicklung als Stadtraum offen zu halten.
    In Richtung Falkeplatz gibt es nach unserer Auffassung im Bereich der Freifläche an der Einmündung der Annaberger Straße sowie auf der gegenüberliegenden Seite einen Verdichtungsbedarf. Hier sollte die Verbindung zum Rosenhof gesucht werden. Um die vorgenannte Verdichtung aufzunehmen und die Menschen in Richtung Rosenhof zu ziehen, könnte vor den trennenden Plattenbauten eine vorgelagerte Erdgeschosszone mit Einzelhandel geschaffen werden. Diese könnte sich in den Falkeplatzbereich bis in die Theaterstraße zum Parkhaus Rosenhof ziehen. Dort findet man dann auch den Zugang zum Rosenhof. Eine zweite Verbindung zum Rosenhof und dem Markt ist der Bereich Bretgasse, hier schon mit „Stadttor“ markiert. Um diesen Eingang auch visuell aufzuwerten, sollte hier eine bauliche Dominante geschaffen werden, die den Gedanke „Stadttor“ unterstreicht.

    Im Bereich der Zwickauer Straße erübrigt sich auf Grund der schon erwähnten Verkehrsberuhigung die Vorhaltung der überbreiten Fahrbahntrasse. Auch hier ist die deutliche Überreglementierung des Verkehrs sowie unsinnige Stadtmöblierung zurückzunehmen. Wie bereits im 1. Workshop gefordert, muss der Bereich vor dem „Gunzenhauser“ fußgängerfreundlich umgestaltet werden. Im weiteren Verlauf könnte die Reduzierung der Fahrspuren bis zur Reichsstraße rechts der Straßenbahntrasse zur Fortführung des von Schönau kommenden Grünzuges ermöglichen. Die dem Metropol-Kino folgende Freifläche sollte baulich bis zur Reichsstraße geschlossen werden, um den Eingang zur Innenstadt zu markieren.

    In diese zum 2. Workshop gefundenen Erkenntnisse sind die aktuellen Verkehrsplanungen des Tiefbauamtes Chemnitz zum zentrumsumgreifenden Verkehr aufgenommen worden. Diesen standen die Teilnehmer alle positiv gegenüber.

    Um unsere Überlegungen fortzuführen, wird es aufbauend weitere Workshops des Stadtforums geben, zu denen wir hiermit schon mal alle Interessierten einladen möchten.

Einmündung Zschopauer Straße

Einmündung Reitbahnstraße

Platzsituation Moritzhof

Augustusburger Straße

Kreuzungsbereich Bahnhofstraße/ Brückenstraße

Vom Bahnhof Richtung Tietz

Urbane Landschaft Contiloch

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2. Workshop am 02. April

Hiermit möchten wir gern alle Interessenten zu unserem 2. Workshop „Meine Ecke Chemnitz“ am 02.04. 2011 einladen, beginnend mit einer Stadtbegehung und anschließender Auswertung in der Augustusburger Strasse 102. Wir treffen uns um 10.00 Uhr auf dem Parkplatz vor der Johanniskirche an der Bahnhofstrasse.
Thema des Workshops wird eine mögliche verkehrstechnische Entspannung sowie die bauliche Verdichtung der Bahnhofstrasse und letztendlich die Anbindung wichtiger Punkte, wie beispielsweise des Tietz, die Moritzpassage etc. an die Innenstadt ohne störende Durchtrennung durch die überbreite Bahnhofstrasse sein. Wir werden verschiedene Wege in zwei Gruppen gehen, eine umfängliche Fotodokumentation ist angedacht. Anschließend werden wir die Erkenntnisse gemeinsam in den Räumen Augustusburger Strasse 102 bei einem Kaffee besprechen und zusammenfassen.

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Bürgerbeteiligung Stadtentwicklungskonzept Chemnitz 2020


Wir möchten hiermit gern auf die Möglichkeit zur Bürgerbeteiligung am Stadtentwicklungskonzept Chemnitz 2020 – aufgegliedert in die einzelnen Stadtteile – aufmerksam machen und zur regen Beteiligung auffordern. Die Stadt Chemnitz bietet hier die Möglichkeit, neben den parallel stadtfindenden Terminen zur Vorstellung der Gebietskonzepte, durch Stellungnahme Einfluss auf die zukünftige Entwicklung der Stadt zu nehmen. Wir bitten alle Interessierten, diese Chance wahrzunehmen.

Beiträge können unter folgendem Link eingestellt werden: www.seko.chemnitz.de

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Gesprächsnotiz letztes Treffen 08.02.2011

Zum Treffen des Stadtforums am letzten Dienstag wurden folgende Themen besprochen:
In Fortführung des 1. Workshops „Meine Ecke Chemnitz“ wurde die Entlastung der Verkehrssituation und somit der Innenstadt im Bereich der Theater- und Bahnhofstraße diskutiert. Hier wurden Szenarien fixiert, denen im 2. Workshop im März die gestalterischen Gedanken folgen sollen. Dazu wird eine temporäre sowie eine langfristige Lösung ins Auge gefasst. Dazu mehr in Kürze hier auf der Website.

Weiterhin wurden Für und Wider der Versteigerung von Immobilien und deren Zukunft diskutiert. An dieser Stelle sei auf die aktuelle Auktion verwiesen unter www.sga-ag.de.

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GGG „konsolidiert“ Bestand

Nachdem der GGG das Instrument steuerfinanzierter Gesundbilanzierung durch Abriss innerstädtischer Gebäudesubstanz weitestgehend verwehrt bleibt, geht man dazu über, unliebsamen Bestand – ebenso wie die Verantwortung dafür – per Versteigerung abzustoßen. Letztendlich ein brauchbares Mittel, Gebäude vor Abriss und Verfall zu bewahren. Gleichzeitig aber mit Impertinenz die Initiativen, die jahrelang die gangbare Praxis Stadtumbau = Abriss von historisch wertvollen und stadtbildprägenden Gebäuden kritisierten, dafür, dass diese nicht stehenden Fußes alle angepriesenen Gebäude aufkaufen, anzuprangern, scheint paradox.
Um für das Stadtforum zu sprechen – wir sehen unsere Aufgabe nicht darin, die GGG aus Ihrer Verantwortung zu „ersteigern“.
Nebenbei bemerkt wurden von den oben angesprochenen Initiativen – auch dem Stadtforum – bereits vom Abriss bedrohte Gebäude aufgekauft und ersteigert. Das diese nun gerade nicht aus dem Bestand der GGG stammen, liegt wohl daran, dass neben vielen Privateigentümern auch die Stadt auf die Möglichkeit der Versteigerung und der preiswerten Abgabe – wider dem Verfall – gestoßen ist.

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Inhalt der letzten Zusammenkunft des SF

Zur ersten Zusammenkunft des Stadtforum Chemnitz wurden gestern folgende Punkte für die zukünftige Arbeit besprochen:

– Nach den erfreulichen Ergebnissen des 1. Workshop „Meine Ecke Chemnitz“ am 17.11.2010 wird es eine Fortsetzung geben. Als voraussichtlicher Termin ist der 19.03.2011 angedacht. Thema wird die Verdichtung der Innenstadt im Zusammenhang mit einer unmittelbar integrierten Verkehrsplanung sein. Dabei soll sowohl die temporäre, kurzfristige als auch eine langfristige Vision betrachtet werden.
– Als wichtige und unbedingt zu festigende Aufgabe sieht das Stadtforum die weitere Vernetzung der mitteldeutschen Initiativen zur umsichtigen Stadtplanung an. Auch hier soll auf der bisherigen Basis aufgebaut werden.
– Ein weiterer wichtiger Punkt bleibt die Öffentlichkeitsarbeit. Hierzu wurden verschiedene Vorschläge zu Verbesserung diskutiert und aufgegriffen. Dabei wird auch die Dokumentation bereits erfolgter defizitärer Maßnahmen der Stadtplanung ebenso wie die von positiven Beispielen engagierter Bürger eine stärkere Rolle spielen.
– Zukünftig ist eine stärkere Zusammenarbeit mit der Agenda 21 geplant, um Themen wie beispielsweise Verkehrsplanung und öffentlicher Raum gemeinsam zu bearbeiten.

Als Thema für die nächste Zusammenkunft am 08. Februar ist geplant: „Wohnen an der verkehrsberuhigten Bahnhofstrasse“.

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Das neue Jahr hat so lange eine weiße Weste, bis man sie anzieht.

Das Stadtforum Chemnitz wünscht allen einen guten Start ins Jahr 2011, viel Glück und Gesundheit und der Stadt Chemnitz mehr Umsicht mit ihrer baulichen und historischen Identität.

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Monitor-Beitrag über Chemnitzer Abrisse ausgezeichnet

Der Beitrag von Lutz Polanz über die Hintergründe des Chemnitzer Abrisswahns in den städtischen Altbauquartieren im ARD-Magazin Monitor letztes Jahr im Mai wurde auf der diesjährigen Expo Real in München bei der Verleihung des Deutschen Preises für Immobilienjournalismus mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Der Beitrag beschreibt das Geschäft kommunaler Wohnungsgemeinschaften mit dem geförderten Abriss von Wohngebäuden auf Kosten unserer historischen Altstädte.

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„Meine Ecke Chemnitz“

Zum 1. Workshop „Meine Ecke Chemnitz“ wurden am 17.11. im Weltecho Annaberger Strasse vom Stadtforum gemeinsam mit interessierten Bürgern die fußläufigen Verbindungen wichtiger neuralgischer Punkte der Innenstadt mit dem Zentrum geprüft und planerisch bearbeitet. Nicht neu und seit Jahren aus Sicht des Fußgängers wegen der starken Dominanz des Autoverkehrs kritisiert, ist die Problematik der Umfassungsstraßen des kleinen Chemnitzer Zentrums. Der Fußgänger fühlt sich durch den Fahrzeugstrom – auch des durchläufigen Schwerlastverkehrs, durch unzählige Ampelanlagen, zu breite Überwege und Mengen an Werbeträgern belastet.
Einige dieser kritischen Bereiche wurden von den Teilnehmern des Workshops exemplarisch begangen, der Handlungsbedarf wurde diskutiert.
Die diesbezüglichen Ideen und Anregungen wurden im Anschluss aufskizziert und beschrieben. Das Stadtforum wird die aus dem Workshop resultierenden Vorschläge aufarbeiten und der Stadtverwaltung Chemnitz zur Verfügung stellen. Diese Vorschläge sind auch in Kürze hier auf der Website zu sehen.
In Fortführung dieses Workshops sind weitere angedacht, zu denen wir schon mal recht herzlich einladen möchten. Der 2. Workshop „Meine Ecke Chemnitz“ wird voraussichtlich Anfang 2011 stattfinden. Die Termine werden hier auf der Website sowie über die Presse bekannt gegeben.


Kommentar – Fazit Workshop Meine Ecke Chemnitz
Audiobeitrag Radio tc-fm

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WORKSHOP „Meine Ecke Chemnitz“

Das Stadtforum Chemnitz lädt am 17.11.2010 um 13.00 Uhr zur ersten Veranstaltung einer Reihe von Workshops zum Thema „Meine Ecke Chemnitz „ ins Weltecho Annaberger Straße ein. Ziel dieser Workshops soll es sein, Chemnitzer Bürgern die Möglichkeit zu geben, aktiv an der Gestaltung unserer Stadt mitzuarbeiten und mitzuhelfen, stadtplanerische Konfliktpunkte aufzulösen. Als Leitfaden soll die „Rote Linie um die Innenstadt“ als privilegierter Stadtbereich, die vom Kuratorium Stadtgestaltung propagiert wurde, dienen. Die Definition dieser roten Linie soll frei im Rahmen des Workshops gefunden werden. Dabei werden wir uns von Workshop zu Workshop vom Stadtzentrum an den Rand bewegen.
Für die erste Veranstaltung haben wir folgende Brennpunkte angedacht:
– Bhf. Mitte bis Falkeplatz
– Tietz und Bahnhofstrasse
– Theaterstraße bis Markthalle
– vom Brühl zum Zentrum

Wenn möglich, bitte Digitalkamera mit Anschlusskabel mitbringen.
Die Ergebnisse des Workshops sollen weiterbearbeitet und der Stadtverwaltung für die Einarbeitung in die Stadtplanung übergeben werden.

Alle Interessierten sind recht herzlich eingeladen. Für einen kleinen Imbiss und Getränke ist gesorgt.
Um die Teilnehmerzahl vorab einschätzen zu können, bitten wir wenn möglich um Anmeldung per Mail an folgende Adresse: stadtforum.chemnitz@yahoo.de

Stadtmodell Chemnitz, Schlossbergmuseum

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